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Thomas Waidner GmbH

Wer einen Blick in moderne Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge oder technische Anlagen werfen könnte, würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Bauteile aus Tiefenbronn stoßen.
Sandra Struck (links) und Jasmin Waidner (rechts) mit Vater Thomas Waidner, stehen für Qualität in Werkzeugbau, Stanz- und Umformtechnik der Thomas Waidner GmbH in Tiefenbronn. Foto: Tilo Keller

25.06.2026

von Claudia Keller

Die Thomas Waidner GmbH hat sich über Jahrzehnte zu einem gefragten Spezialisten für Stanz- und Umformtechnik entwickelt und beliefert Kunden aus unterschiedlichsten Industriezweigen.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück in die frühen 1990er-Jahre. Damals übernahm Thomas Waidner einen kleinen Betrieb in Tiefenbronn-Mühlhausen und begann, diesen konsequent auszubauen. Mit technischem Know-how, hoher Fertigungstiefe und dem Anspruch, auch anspruchsvolle Aufgabenstellungen zu lösen, entwickelte sich daraus ein leistungsfähiges Unternehmen. Ein wichtiger Meilenstein war der Umzug in den heutigen Firmensitz in Tiefenbronn im Jahr 2009. Dort entstand ein modernes Produktionsgebäude, das den Grundstein für weiteres Wachstum legte.

Die Schwestern Sandra Struck und Jasmin Waidner lenken in zweiter Generation die Geschicke der Thomas Waidner GmbH in Tiefenbronn. Foto: Tilo Keller

Zweite Generation

Heute beschäftigt die Thomas Waidner GmbH rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter mehrere Auszubildende.

Seit dem Generationenwechsel wird das Familienunternehmen von den Schwestern Jasmin Waidner und Sandra Struck geführt. Die Übergabe wurde bereits mehrere Jahre vor dem eigentlichen Wechsel vorbereitet. Die Aufgaben verteilen sich entsprechend der jeweiligen persönlichen Stärken. Während Sandra Struck den kaufmännischen Bereich verantwortet, konzentriert sich Jasmin Waidner auf die technischen Themen und die Produktion.

Ihre Rolle beschreibt Jasmin Waidner mit klaren Worten: „Ich bin ein Macher, ich muss sehen, was gemacht worden ist und dass es vorwärts geht. Am Ende des Tages brauche ich ein Ergebnis.“ Diese Haltung prägt auch die Unternehmenskultur. Entscheidungen werden pragmatisch getroffen und stets mit Blick auf die langfristige Entwicklung des Betriebs.

Stromschienen für das Batteriemanagement im Auto aus der Produktion von Waidner. Foto: Tilo Keller

Breite Fertigungskompetenz

Das Unternehmen fertigt Stanzteile, Umformteile und Baugruppen für Kunden aus Bereichen wie Telekommunikation, Maschinenbau, Bauindustrie, Medizintechnik und Elektromobilität. Die Komponenten werden von den Nutzern zwar selten wahrgenommen, sind jedoch meist unverzichtbare Bestandteile technischer Produkte und Systeme.

Ein besonderer Vorteil des Unternehmens liegt in der hohen Fertigungstiefe. Die für die Produktion benötigten Werkzeuge werden vollständig im eigenen Haus entwickelt und hergestellt. Dadurch können Kundenwünsche flexibel umgesetzt und Prozesse optimal aufeinander abgestimmt werden. Komplexe Aufgabenstellungen betrachtet das Team dabei nicht als Hindernis, sondern als Ansporn.

Zu den besonderen Kompetenzen gehört die Verarbeitung unterschiedlichster Werkstoffe und Materialstärken. Auf den modernen Anlagen können Bänder von 0,1 Millimetern bis hin zu sechs Millimetern Stärke verarbeitet werden. Eine technische Besonderheit ist, ein Gewinde bereits während des Stanzprozesses auszuformen. Die Entwicklung dieser Technologie nahm mehrere Jahre in Anspruch und verschafft dem Unternehmen eine außergewöhnliche Stellung im Markt. „Das hat sechs Jahre Entwicklung gebraucht“, sagt Jasmin Waidner.

Bei der Thomas Waidner GmbH hat Geschäftsführerin Jasmin Waidner ein Teil aus der Produktion in der Hand, das vielen Handwerkern bei einer Flex schon begegnet ist. Foto: Tilo Keller

Erfolg durch hohen Anspruch

Die Kunden stammen überwiegend aus Deutschland, die gefertigten Komponenten gelangen jedoch über deren internationale Produktionsnetzwerke in viele Länder der Welt. Die Anforderungen an Präzision und Zuverlässigkeit sind entsprechend hoch. Qualität spielt daher in allen Unternehmensbereichen eine zentrale Rolle. Drei Mitarbeitende sind ausschließlich mit Prüf- und Messaufgaben beschäftigt, zudem wird die Produktion kontinuierlich überwacht und dokumentiert. Zertifizierungen nach ISO 9001 und ISO 14001 unterstreichen den Anspruch an Qualitäts- und Umweltmanagement.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt die Thomas Waidner GmbH auf langfristige Lösungen. Bereits seit 2014 produziert eine Photovoltaikanlage auf dem Firmendach Strom für den Eigenverbrauch. Im Zuge einer aktuellen Erweiterung des Standorts wurde die Anlage deutlich vergrößert. Darüber hinaus wurde auch eine Regenwasserzisterne geplant, um Ressourcen noch effizienter zu nutzen.

Die Erweiterung des Firmengeländes ist ein sichtbares Zeichen für die positive Entwicklung des Unternehmens. Die bestehenden Flächen reichten längst nicht mehr aus, sodass ein umfangreicher Anbau am Standort entstanden ist.

Neue Möglichkeiten

Inzwischen sind die Erweiterungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Zusätzliche Produktions- und Lagerflächen schaffen die Voraussetzungen für effizientere Abläufe und weiteres Wachstum. Gleichzeitig konnte die Lagerung von Material wieder stärker auf dem eigenen Gelände konzentriert werden.

Mit den neuen Flächen gingen auch Investitionen in moderne Fertigungstechnik einher. Die Nachfrage nach größeren und komplexeren Bauteilen ist in vielen Bereichen gestiegen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der Maschinenpark erweitert. Dabei spielen leistungsstarke Stanzanlagen eine wichtige Rolle, denn insbesondere bei Werkstoffen wie Kupfer, Messing, Titan oder Edelstahl sind hohe Presskräfte erforderlich.

Neben Investitionen in Gebäude und Maschinen treibt die Thomas Waidner GmbH auch die Digitalisierung ihrer Prozesse voran. Einen wichtigen Schritt stellte die Einführung eines modernen ERP-Systems dar. ERP steht für „Enterprise Resource Planning“ und ermöglicht die zentrale Steuerung von Ressourcen, Produktionsabläufen und Unternehmensdaten.

Mit der Einführung wurden zahlreiche Prozesse neu strukturiert. „Wir haben dabei auch die Artikelstrukturen geändert“, erklärt Jasmin Waidner. „Wir haben alles getrennt, beispielsweise nach Stanzen, Entfetten oder Gleitschleifen. So können wir immer sehen, in welchem Prozess sich ein Artikel gerade befindet.“ Dadurch ist jederzeit nachvollziehbar, welchen Fertigungsstand ein Auftrag erreicht hat. „Früher mussten wir immer in die Produktion gehen und nachfragen“, sagt Waidner. „Jetzt wissen wir auch immer, in welchem Arbeitsschritt sich die Produkte befinden.“

Die Umstellung erforderte zunächst einen erheblichen Aufwand. Sämtliche Daten mussten neu angelegt und die Bestände exakt erfasst werden. Gleichzeitig wurden die Mitarbeiter in Schulungen auf die neuen Abläufe vorbereitet. Heute zeigen sich die Vorteile deutlich. „Seit wir das neue ERP-System haben, können wir viel besser planen und es fällt uns leichter, das Rohmaterial zu disponieren“, erklärt Jasmin Waidner. Produktionsabläufe lassen sich transparenter steuern, Rüstzeiten reduzieren und Kapazitäten genauer planen. Das langfristige Ziel besteht darin, die Prozesse zunehmend papierlos abzubilden.

Umut Ugur (links) beantwortet die Fragen von Auszubildendem Domenico Romondia. Foto: Tilo Keller

Einsatz für die Branche

Ein wichtiger Baustein der Zukunftsstrategie ist die Ausbildung eigener Fachkräfte. Die Thomas Waidner GmbH bildet regelmäßig Feinwerkmechaniker aus und setzt bewusst auf den eigenen Nachwuchs. Gleichzeitig engagiert sich Jasmin Waidner auch über die Unternehmensgrenzen hinaus für die Fachkräfteentwicklung in der Region. Sie gehört dem Ausbilderausschuss der Heinrich-Wieland-Schule Pforzheim an und wirkt zudem im Prüfungsausschuss der Innung für Maschinen- und Werkzeugbau Pforzheim/Enzkreis mit.

„Wer eine Ausbildung als Feinwerkmechaniker anstrebt, sollte wenigstens einen guten Hauptschulabschluss haben“, betont sie. „Vor allem Mathe und Physik sind wichtig.“ Für Umut Ugur, einen der Ausbilder bei Waidner, zählen jedoch nicht allein die Noten. „Ich schaue auch, ob sie wirklich Interesse haben und ein Praktikum machen wollen“, erklärt er. „Und was nicht schadet, ist natürlich das technische Verständnis.“ Deshalb empfiehlt er jungen Menschen, den Beruf zunächst in einem Praktikum kennenzulernen. Ugur weiß, wovon er spricht, denn er hat seine Ausbildung selbst bei Waidner absolviert und sich zwischenzeitlich zum Ausbilder qualifiziert.

Domenico Romondia ist mit seiner Ausbildung zum Feinwerkmechaniker bei der Firma Thomas Waidner in Tiefenbronn sehr zufrieden. Foto: Tilo Keller

Fest verwurzelt

Die enge Verbundenheit mit der Region und dem Standort zeigt sich nicht nur in der Funktion als Arbeitgeber und als Ausbilder von Nachwuchs, sondern auch außerhalb des Unternehmens. Die Thomas Waidner GmbH unterstützt den TSV Mühlhausen als Hauptsponsor und engagiert sich damit für den Fußballnachwuchs, der in der Jugend-Spiel-Gemeinschaft Heckengäu. Familie Waidner verfolgt die Spiele der Jugendmannschaften regelmäßig und mit Begeisterung. „Wir wohnen in Tiefenbronn-Mühlhausen und möchten den örtlichen Verein unterstützen“, sagt Jasmin Waidner.

Die B-Junioren der Jugend-Spiel-Gemeinschaft Heckengäu in den Hoodies mit Waidner-Logo. Foto: Tilo Keller

So steht die Thomas Waidner GmbH heute für die Verbindung von Tradition, technischem Know-how und Innovationsbereitschaft. Mit qualifizierten Mitarbeitern, modernen Produktionsprozessen, einem starken Ausbildungsengagement und einer klaren Zukunftsstrategie setzt das Familienunternehmen seinen erfolgreichen Weg konsequent fort.

Kontakt

Thomas Waidner GmbH
Siemensstraße 14
75233 Tiefenbronn
Tel.: +49 (0) 7234 / 9526 – 0

E-Mail: info@waidner-stanztechnik.de

https://waidner-stanztechnik.de

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