24.03.2026
von Tanja Meckler
Es gibt Industrien, die sofort Bilder erzeugen. Automobil. Maschinenbau. Chemie. Und dann gibt es diese eine Kategorie dazwischen: Technologien, die kaum jemand kennt – aber ohne die nichts funktionieren würde. Filterpressen gehören dazu.
Man begegnet ihnen nicht. Sie stehen nicht im Rampenlicht. Und doch sind sie überall dort im Einsatz, wo Dinge getrennt, gereinigt oder wiederverwertet werden müssen. In Kläranlagen. In der Chemie. Im Recycling. In der Lebensmittelproduktion. Ein Beispiel: In der Automobilproduktion werden Karosserien in chemische Bäder getaucht, damit sie nicht rosten. Damit diese Bäder sauber bleiben, braucht es Filterpressen.
Das Prinzip ist alt und gleichzeitig hochaktuell: Seit Jahrhunderten werden Flüssigkeiten und Feststoffe voneinander getrennt – früher mit einfachen Holzpressen, etwa in der Olivenölproduktion, heute mit komplexen, automatisierten Anlagen. Präzise, robust und oft über Jahrzehnte im Einsatz.
Und mit erstaunlicher Reichweite:
Über 1.000 Anwendungsfälle gibt es.

Trotzdem bleibt die Filterpresse für die meisten Menschen unsichtbar. Dabei steckt sie in mehr Dingen, als man vermuten würde: in Autos, die nicht rosten. In recycelten Baustoffen. In sauberem Wasser. Selbst in sensiblen Bereichen – in der Medizin, in Babynahrung, in Nutrazeutika und in Kosmetika.
Ein „Silent Hero“, könnte man sagen.
Remchingen. Hier sitzt die MSE Filterpressen GmbH. Gegründet 1978, gewachsen im klassischen deutschen Maschinenbau, über Jahrzehnte erfolgreich. Ein Spezialist für Fest-Flüssig-Trennung. Ein klassischer Mittelständler, von außen wirkt das Gebäude wie viele andere in der Region. Innen entsteht Technik, die weltweit eingesetzt wird – über 3.000 Anlagen in rund 30 Ländern. Der Exportanteil liegt bei rund 30%. Zwischen 60 und 80 Filterpressen werden hier jährlich entwickelt und konstruiert. 230 bis 300 Wartungen und Serviceeinstätze werden pro Jahr durchgeführt. Bei MSE gleicht keine Anlage der anderen. Die kleineren Maschinen sind etwa so groß wie ein Kühlschrank. Die größten: bis zu 20 Meter lang, fünf Meter breit, rund 100 Tonnen schwer. Für eine einzige Anlage können bis zu 1.000 Arbeitsstunden nötig sein.

Heute steht ein Brüderduo mit italienischen Wurzeln an der Spitze der MSE Filterpressen GmbH. Giuseppe Rumé kennt den Betrieb von Grund auf. Hier hat er seine Ausbildung gemacht. Dass ihm der damalige Inhaber eines Tages die Nachfolge anvertrauen würde, war alles andere als selbstverständlich. Und für Giuseppe auch keine Entscheidung, die man allein trifft. Also holt er seinen Bruder Riccardo dazu. Seine Frage ist so schlicht wie entscheidend: „Warum machen wir das nicht zusammen?“ Die Antwort liegt in ihrer gemeinsamen Geschichte. Die Brüder verbindet seit jeher ein enges Band. „Wenn er sich das vorstellen kann, dann kann ich das auch“, sagt Riccardo.

Aufgewachsen mit zwei weiteren Brüdern, waren die beiden sich immer besonders nah. Giuseppe, der Bedachte, Kaufmann durch und durch. Riccardo, der Ingenieur, technisch getrieben, mit einem Hang zum Unkonventionellen. Zwei unterschiedliche Temperamente. Und genau darin liegt ihre Stärke.
2018 übernehmen sie gemeinsam die MSE Filterpressen GmbH: Giuseppe als CEO und kaufmännischer Kopf, Riccardo als CTO und technischer Treiber. Und natürlich gab es anfangs auch ein paar Zweifel. „Ich habe mich gefragt, ob der Markt nicht irgendwann übersättigt ist. Eine Filterpresse hält schließlich rund 30 Jahre – dass derselbe Kunde erneut bestellt, ist eher unwahrscheinlich, es sei denn, er expandiert“, erzählt Riccardo Rumé. Ein Geschäftsmodell, das auf den ersten Blick nicht nach schnellem Wachstum klingt. Und trotzdem funktioniert es.
Wer sich zum ersten Mal mit Filterpressen beschäftigt, merkt schnell: Das ist kein Produkt, das sich sofort erschließt. „Erst wenn man sich wirklich damit beschäftigt, merkt man: Diese Technologie ist überall im Einsatz.“, sagt Riccardo Rumé heute. Dann fügt er lachend hinzu: „Wenn ich mir heute nochmal ein Produkt aussuchen dürfte – es wäre wieder die Filterpresse.“
MSE ist kein Serienfertiger. Was hier entsteht, ist näher an einer Manufaktur als an klassischer Industrieproduktion. Es gibt nicht den zu kleinen oder zu großen Auftrag. Es geht immer um Lösungen.


Mit der Übernahme durch die Brüder Giuseppe und Riccardo Rumé begann ein umfassender Umbau. „Wir mussten alles anfassen – von der IT-Infrastruktur bis zu den Gebäuden. Vieles war noch wie in den 80ern.“
Heute arbeitet das Unternehmen an digitalen Lösungen, plant den Einsatz von iPads in der Montage und versteht sich als modernes mittelständisches Unternehmen mit Start-up-Mentalität. Die Beziehung der beiden Brüder hat sich durch die Zusammenarbeit weiter vertieft. Meinungsverschiedenheiten gehören dazu und sind sogar gewünscht. „Das braucht man, damit man wächst. Aber wir hatten nie unterschiedliche Ziele“, bekräftigt Riccardo Rumé im Gespräch. Auch über das Berufliche hinaus verbindet sie ein enges Verhältnis: Giuseppe ist Patenonkel von Riccardos Tochter.
Was MSE besonders auszeichnet, ist die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. „Wenn es ein Produkt noch nicht gab, haben wir es gemeinsam mit dem Kunden entwickelt“, sagt Riccardo Rumé. Diese Haltung hat dem Unternehmen ein starkes Standing verschafft, gerade bei komplexen Anforderungen. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung der Hightech Anlage CellTRON.

Die Anfrage kam aus der Batterieindustrie, genauer gesagt von BASF. Gesucht wurde eine Filtrationslösung, die extremen Anforderungen standhält: gasdicht, automatisiert, reinigbar, sicher. „Wir dachten zuerst: Das schaffen wir nicht“, erinnert sich Riccardo Rumé.
Gemeinsam mit dem Kunden entwickelte MSE über zwei Jahre hinweg eine völlig neue Filterpresse. Viel Hirnschmalz, zahlreiche Schleifen, immer neue Anpassungen. Am Ende stand eine Neuentwicklung: die CellTRON – eine vollständig gekapselte Membranfilterpresse mit integriertem Reinigungssystem.
Die Innovation ebnete MSE den Weg in die Spezialchemie- und Batterieindustrie und führte zu weiteren Projekten. Bis heute gilt die CellTRON als technologische Speerspitze des Unternehmens. Insbesondere, wenn es um die Filtration hochaggressiver, toxischer und sensibler Medien sowie um maximale Sicherheit am Arbeitsplatz geht.
Im Recyclingcenter Ostschweiz verarbeitet eine der modernsten Anlagen Europas jährlich rund 200.000 Tonnen belastetes Material. Im Zentrum: eine 16 Meter lange, 85 Tonnen schwere Kammer-Membran-Filterpresse von MSE. Ihre Aufgabe ist es, Schlämme so effizient zu entwässern, dass wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden können.
Das Ergebnis: Schadstoffe werden zuverlässig gebunden, während aufbereitete Materialien zurück in den Wirtschaftskreislauf gelangen – etwa als Sekundärrohstoffe für die Zementindustrie. Genau hier wird der Beitrag von MSE greifbar: Die Technologie schafft die Voraussetzung dafür, dass aus problematischen Reststoffen wieder nutzbare Ressourcen entstehen. Kreislaufwirtschaft wird nicht nur gedacht, sondern technisch ermöglicht.
Besonders innovativ ist die integrierte Sensorik, die in Echtzeit die Restfeuchte misst und den Prozess automatisch anpasst. Sie sorgt dafür, dass die Entwässerung stets im optimalen Bereich läuft – und maximiert so die Qualität und Wiederverwertbarkeit der Materialien. Effizienz und Ressourcenschonung greifen hier direkt ineinander.
So technisch das Produkt ist – im Alltag steht bei MSE der Mensch im Mittelpunkt.
Rund 50 Menschen arbeiten heute in Remchingen, darunter auch bis zu vier Auszubildende. Das Durchschnittsalter liegt bei Mitte 30. Für Riccardo Rumé ist das der eigentliche Kern des Unternehmens. „Was mich wirklich stolz macht, sind die Leute hier. Wir sind unglaublich glücklich mit unserem Team.“

Dieser Zusammenhalt endet nicht mit dem Feierabend. Man trifft sich auf ein Bier, ein Glas Wein, geht gemeinsam weg. „Zu sehen, dass die Kollegen auch nach der Arbeit Zeit miteinander verbringen – das macht mich wirklich glücklich. Genau so ein Miteinander wollte ich immer haben.“
Führung bedeutet für Rumé Nähe statt Hierarchie. Ein autoritärer Stil kommt für ihn nicht infrage. „Ich wollte nie der sein, der sagt: Jetzt klopfst du mal richtig drauf.“ Stattdessen: Gespräche, Vertrauen, kurze Wege. Probleme werden offen angesprochen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als Dinge in sich hineinzufressen.“
Die Atmosphäre? Ungewöhnlich für den klassischen Maschinenbau. Viel Lachen, viel Leichtigkeit, manchmal auch ein bisschen nerdy. „Wenn ich im Büro sitze und höre, worüber sie sprechen – das ist oft einfach nur lustig.“
Und dann, im nächsten Moment, absolute Professionalität. Kundentermine, technische Abstimmungen, Entwicklung auf höchstem Niveau. „Dann sind sie komplett on point“, sagt Rumé. „Fokussiert – und am Ende steht ein richtig starkes Produkt.“
Es ist dieser Wechsel, der das Unternehmen trägt. Leichtigkeit und Anspruch. Nähe und Professionalität. Riccardo Rumé nennt es manchmal einen „Start-up-Geist“. In einem Unternehmen, das seit Jahrzehnten besteht.
Diese Haltung zeigt sich auch in kleinen Ritualen.

Im Unternehmen hängt eine große, goldene Glocke. Obenauf sitzt ein kleines, fast verspieltes Detail: ein rosa Glücksschwein. Bei jedem neuen Auftrag wird sie von Hand geläutet – ein Moment, den alle hören.
Und dann gibt es diesen einen Besprechungsraum, der so gar nicht nach klassischem Maschinenbau aussieht. Hier darf auch mal ein Ball im Korb landen oder am Kickertisch gespielt werden. Ein Ort, der zeigt, dass Konzentration und Leichtigkeit sich nicht ausschließen.

Einmal im Monat ist „Happy Friday“. Punkt 12 Uhr ist offiziell Feierabend, danach kommt das Team zusammen. Gekocht wird im Wechsel. Manchmal steht auch Riccardo Rumé selbst am Grill und macht Burger für alle.
Und manches ergibt sich einfach. Eine Firma aus der Nachbarschaft, die sich gelegentlich den Stapler ausleiht, revanchierte sich kürzlich mit einem ganzen Dönerspieß.
„Ende des Monats gibt es Döner für alle“, sagt Rumé und lacht.
MSE Filterpressen GmbH Am Eisgraben 3 75196 Remchingen info@mse-filterpressen.de




24.03.2026
„MSE Filterpressen GmbH ist ein traditionsreiches Unternehmen mit dem Herzen eines Start-ups.“
von Tanja Meckler
Es gibt Industrien, die sofort Bilder erzeugen. Automobil. Maschinenbau. Chemie. Und dann gibt es diese eine Kategorie dazwischen: Technologien, die kaum jemand kennt – aber ohne die nichts funktionieren würde. Filterpressen gehören dazu.
Man begegnet ihnen nicht. Sie stehen nicht im Rampenlicht. Und doch sind sie überall dort im Einsatz, wo Dinge getrennt, gereinigt oder wiederverwertet werden müssen. In Kläranlagen. In der Chemie. Im Recycling. In der Lebensmittelproduktion. Ein Beispiel: In der Automobilproduktion werden Karosserien in chemische Bäder getaucht, damit sie nicht rosten. Damit diese Bäder sauber bleiben, braucht es Filterpressen.
Das Prinzip ist alt und gleichzeitig hochaktuell: Seit Jahrhunderten werden Flüssigkeiten und Feststoffe voneinander getrennt – früher mit einfachen Holzpressen, etwa in der Olivenölproduktion, heute mit komplexen, automatisierten Anlagen. Präzise, robust und oft über Jahrzehnte im Einsatz.
Und mit erstaunlicher Reichweite:
Über 1.000 Anwendungsfälle gibt es.

Trotzdem bleibt die Filterpresse für die meisten Menschen unsichtbar. Dabei steckt sie in mehr Dingen, als man vermuten würde: in Autos, die nicht rosten. In recycelten Baustoffen. In sauberem Wasser. Selbst in sensiblen Bereichen – in der Medizin, in Babynahrung, in Nutrazeutika und in Kosmetika.
Ein „Silent Hero“, könnte man sagen.
Remchingen. Hier sitzt die MSE Filterpressen GmbH. Gegründet 1978, gewachsen im klassischen deutschen Maschinenbau, über Jahrzehnte erfolgreich. Ein Spezialist für Fest-Flüssig-Trennung. Ein klassischer Mittelständler, von außen wirkt das Gebäude wie viele andere in der Region. Innen entsteht Technik, die weltweit eingesetzt wird – über 3.000 Anlagen in rund 30 Ländern. Der Exportanteil liegt bei rund 30%. Zwischen 60 und 80 Filterpressen werden hier jährlich entwickelt und konstruiert. 230 bis 300 Wartungen und Serviceeinstätze werden pro Jahr durchgeführt. Bei MSE gleicht keine Anlage der anderen. Die kleineren Maschinen sind etwa so groß wie ein Kühlschrank. Die größten: bis zu 20 Meter lang, fünf Meter breit, rund 100 Tonnen schwer. Für eine einzige Anlage können bis zu 1.000 Arbeitsstunden nötig sein.

Heute steht ein Brüderduo mit italienischen Wurzeln an der Spitze der MSE Filterpressen GmbH. Giuseppe Rumé kennt den Betrieb von Grund auf. Hier hat er seine Ausbildung gemacht. Dass ihm der damalige Inhaber eines Tages die Nachfolge anvertrauen würde, war alles andere als selbstverständlich. Und für Giuseppe auch keine Entscheidung, die man allein trifft. Also holt er seinen Bruder Riccardo dazu. Seine Frage ist so schlicht wie entscheidend: „Warum machen wir das nicht zusammen?“ Die Antwort liegt in ihrer gemeinsamen Geschichte. Die Brüder verbindet seit jeher ein enges Band. „Wenn er sich das vorstellen kann, dann kann ich das auch“, sagt Riccardo.

Aufgewachsen mit zwei weiteren Brüdern, waren die beiden sich immer besonders nah. Giuseppe, der Bedachte, Kaufmann durch und durch. Riccardo, der Ingenieur, technisch getrieben, mit einem Hang zum Unkonventionellen. Zwei unterschiedliche Temperamente. Und genau darin liegt ihre Stärke.
2018 übernehmen sie gemeinsam die MSE Filterpressen GmbH: Giuseppe als CEO und kaufmännischer Kopf, Riccardo als CTO und technischer Treiber. Und natürlich gab es anfangs auch ein paar Zweifel. „Ich habe mich gefragt, ob der Markt nicht irgendwann übersättigt ist. Eine Filterpresse hält schließlich rund 30 Jahre – dass derselbe Kunde erneut bestellt, ist eher unwahrscheinlich, es sei denn, er expandiert“, erzählt Riccardo Rumé. Ein Geschäftsmodell, das auf den ersten Blick nicht nach schnellem Wachstum klingt. Und trotzdem funktioniert es.
Wer sich zum ersten Mal mit Filterpressen beschäftigt, merkt schnell: Das ist kein Produkt, das sich sofort erschließt. „Erst wenn man sich wirklich damit beschäftigt, merkt man: Diese Technologie ist überall im Einsatz.“, sagt Riccardo Rumé heute. Dann fügt er lachend hinzu: „Wenn ich mir heute nochmal ein Produkt aussuchen dürfte – es wäre wieder die Filterpresse.“
MSE ist kein Serienfertiger. Was hier entsteht, ist näher an einer Manufaktur als an klassischer Industrieproduktion. Es gibt nicht den zu kleinen oder zu großen Auftrag. Es geht immer um Lösungen.


Mit der Übernahme durch die Brüder Giuseppe und Riccardo Rumé begann ein umfassender Umbau. „Wir mussten alles anfassen – von der IT-Infrastruktur bis zu den Gebäuden. Vieles war noch wie in den 80ern.“
Heute arbeitet das Unternehmen an digitalen Lösungen, plant den Einsatz von iPads in der Montage und versteht sich als modernes mittelständisches Unternehmen mit Start-up-Mentalität. Die Beziehung der beiden Brüder hat sich durch die Zusammenarbeit weiter vertieft. Meinungsverschiedenheiten gehören dazu und sind sogar gewünscht. „Das braucht man, damit man wächst. Aber wir hatten nie unterschiedliche Ziele“, bekräftigt Riccardo Rumé im Gespräch. Auch über das Berufliche hinaus verbindet sie ein enges Verhältnis: Giuseppe ist Patenonkel von Riccardos Tochter.
Was MSE besonders auszeichnet, ist die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. „Wenn es ein Produkt noch nicht gab, haben wir es gemeinsam mit dem Kunden entwickelt“, sagt Riccardo Rumé. Diese Haltung hat dem Unternehmen ein starkes Standing verschafft, gerade bei komplexen Anforderungen. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung der Hightech Anlage CellTRON.

Die Anfrage kam aus der Batterieindustrie, genauer gesagt von BASF. Gesucht wurde eine Filtrationslösung, die extremen Anforderungen standhält: gasdicht, automatisiert, reinigbar, sicher. „Wir dachten zuerst: Das schaffen wir nicht“, erinnert sich Riccardo Rumé.
Gemeinsam mit dem Kunden entwickelte MSE über zwei Jahre hinweg eine völlig neue Filterpresse. Viel Hirnschmalz, zahlreiche Schleifen, immer neue Anpassungen. Am Ende stand eine Neuentwicklung: die CellTRON – eine vollständig gekapselte Membranfilterpresse mit integriertem Reinigungssystem.
Die Innovation ebnete MSE den Weg in die Spezialchemie- und Batterieindustrie und führte zu weiteren Projekten. Bis heute gilt die CellTRON als technologische Speerspitze des Unternehmens. Insbesondere, wenn es um die Filtration hochaggressiver, toxischer und sensibler Medien sowie um maximale Sicherheit am Arbeitsplatz geht.
Im Recyclingcenter Ostschweiz verarbeitet eine der modernsten Anlagen Europas jährlich rund 200.000 Tonnen belastetes Material. Im Zentrum: eine 16 Meter lange, 85 Tonnen schwere Kammer-Membran-Filterpresse von MSE. Ihre Aufgabe ist es, Schlämme so effizient zu entwässern, dass wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden können.
Das Ergebnis: Schadstoffe werden zuverlässig gebunden, während aufbereitete Materialien zurück in den Wirtschaftskreislauf gelangen – etwa als Sekundärrohstoffe für die Zementindustrie. Genau hier wird der Beitrag von MSE greifbar: Die Technologie schafft die Voraussetzung dafür, dass aus problematischen Reststoffen wieder nutzbare Ressourcen entstehen. Kreislaufwirtschaft wird nicht nur gedacht, sondern technisch ermöglicht.
Besonders innovativ ist die integrierte Sensorik, die in Echtzeit die Restfeuchte misst und den Prozess automatisch anpasst. Sie sorgt dafür, dass die Entwässerung stets im optimalen Bereich läuft – und maximiert so die Qualität und Wiederverwertbarkeit der Materialien. Effizienz und Ressourcenschonung greifen hier direkt ineinander.
So technisch das Produkt ist – im Alltag steht bei MSE der Mensch im Mittelpunkt.
Rund 50 Menschen arbeiten heute in Remchingen, darunter auch bis zu vier Auszubildende. Das Durchschnittsalter liegt bei Mitte 30. Für Riccardo Rumé ist das der eigentliche Kern des Unternehmens. „Was mich wirklich stolz macht, sind die Leute hier. Wir sind unglaublich glücklich mit unserem Team.“

Dieser Zusammenhalt endet nicht mit dem Feierabend. Man trifft sich auf ein Bier, ein Glas Wein, geht gemeinsam weg. „Zu sehen, dass die Kollegen auch nach der Arbeit Zeit miteinander verbringen – das macht mich wirklich glücklich. Genau so ein Miteinander wollte ich immer haben.“
Führung bedeutet für Rumé Nähe statt Hierarchie. Ein autoritärer Stil kommt für ihn nicht infrage. „Ich wollte nie der sein, der sagt: Jetzt klopfst du mal richtig drauf.“ Stattdessen: Gespräche, Vertrauen, kurze Wege. Probleme werden offen angesprochen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als Dinge in sich hineinzufressen.“
Die Atmosphäre? Ungewöhnlich für den klassischen Maschinenbau. Viel Lachen, viel Leichtigkeit, manchmal auch ein bisschen nerdy. „Wenn ich im Büro sitze und höre, worüber sie sprechen – das ist oft einfach nur lustig.“
Und dann, im nächsten Moment, absolute Professionalität. Kundentermine, technische Abstimmungen, Entwicklung auf höchstem Niveau. „Dann sind sie komplett on point“, sagt Rumé. „Fokussiert – und am Ende steht ein richtig starkes Produkt.“
Es ist dieser Wechsel, der das Unternehmen trägt. Leichtigkeit und Anspruch. Nähe und Professionalität. Riccardo Rumé nennt es manchmal einen „Start-up-Geist“. In einem Unternehmen, das seit Jahrzehnten besteht.
Diese Haltung zeigt sich auch in kleinen Ritualen.

Im Unternehmen hängt eine große, goldene Glocke. Obenauf sitzt ein kleines, fast verspieltes Detail: ein rosa Glücksschwein. Bei jedem neuen Auftrag wird sie von Hand geläutet – ein Moment, den alle hören.
Und dann gibt es diesen einen Besprechungsraum, der so gar nicht nach klassischem Maschinenbau aussieht. Hier darf auch mal ein Ball im Korb landen oder am Kickertisch gespielt werden. Ein Ort, der zeigt, dass Konzentration und Leichtigkeit sich nicht ausschließen.

Einmal im Monat ist „Happy Friday“. Punkt 12 Uhr ist offiziell Feierabend, danach kommt das Team zusammen. Gekocht wird im Wechsel. Manchmal steht auch Riccardo Rumé selbst am Grill und macht Burger für alle.
Und manches ergibt sich einfach. Eine Firma aus der Nachbarschaft, die sich gelegentlich den Stapler ausleiht, revanchierte sich kürzlich mit einem ganzen Dönerspieß.
„Ende des Monats gibt es Döner für alle“, sagt Rumé und lacht.
MSE Filterpressen GmbH Am Eisgraben 3 75196 Remchingen info@mse-filterpressen.de




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