Strategischer Kassensturz im Mittelstand: Transformationslounge in der SP6 Strandbar in Pforzheim

Die Rahmenbedingungen für die industrielle Produktion haben sich verschärft: Stagnierende Absatzmärkte in Europa und anhaltender Margendruck zwingen insbesondere mittelständische Zulieferunternehmen und KMU zu strategischen Anpassungen. Um den regionalen Entscheidern fundierte Handlungsoptionen und neue Perspektiven aufzuzeigen, lädt das Transformationsnetzwerk Nordschwarzwald – ein Projekt der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald – am 24. Juni 2026 zur „TraFoNetz Transformationslounge“ nach Pforzheim ein.
Einer der beiden Experten der Roland Berger GmbH bei der Transformationslounge am 24. Juni 2026 in der SP6 Strandbar in Pforzheim ist Dr. Leon Zacharias. (c)Foto:GerdLache

Von Gerd Lache | 09.06.2026

Im Fokus der Transformationslounge stehen praxisnahe Analysen zweier renommierter Experten der Roland Berger GmbH.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei; die Lounge öffnet am 24. Juni 2026 um 18:30 Uhr in der SP6 Strandbar (Luisenstraße 4, 75172 Pforzheim) ihre Türen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich – Infos und Anmeldung KLICK HIER.

Einen exklusiven Einblick in die Kernfragen des Supply-Chain-Managements und der Risikobewertung gibt vorab Dr. Leon Zacharias im Kurz-Interview:

Herr Dr. Zacharias, globale Lieferketten sind fragiler denn je – ist die Rückkehr zu regionalen Netzwerken eine reine Notlösung oder der neue Standard für Wettbewerbsfähigkeit?

Dr. Leon Zacharias: Lieferketten sind heute nicht zwangsläufig fragiler – unsere Abhängigkeit von ihnen ist jedoch größer denn je. Dadurch können bereits lokale Störungen globale Auswirkungen haben. Regionale Netzwerke sind daher keine Notlösung, sondern ein wichtiger Baustein für mehr Flexibilität und Handlungsfähigkeit in Krisenzeiten.

Wie viel geopolitisches Wissen muss ein mittelständischer Geschäftsführer heutzutage mitbringen, um seine Lieferketten sicher durch die Krise zu navigieren?

Geopolitisches Grundwissen ist wichtig. Entscheidend ist jedoch, die eigenen Lieferketten zu verstehen. Nur wer seine Abhängigkeiten kennt, kann Risiken frühzeitig erkennen und gegensteuern. Bei „Black Swans“ sind zunächst alle gleich betroffen. Wettbewerbsentscheidend ist, was in den Stunden und Tagen danach passiert: Wer verfügt über belastbare Netzwerke, Alternativen und einen Plan B?

Resilienz kann Effizienz und Geld kosten. Wie überzeugt man Controller davon, dass Sicherheit wichtiger ist als die letzte Nachkommastelle beim Einkaufspreis?

Ganz einfach: Rechnen Sie einmal durch, was passiert, wenn sich der Preis eines kritischen Rohstoffs – etwa Polymergranulat für einen Kunststoffhersteller – plötzlich verdreifacht. Dann wird schnell klar, dass Resilienz kein Kostenfaktor, sondern eine Absicherung des Geschäftsmodells ist.

Wo sehen Sie in der aktuellen Krise der Lieferwege die größte Chance für jene innovativen Zulieferer, die über den Tellerrand hinausblicken?

Die größten Chancen sehe ich bei den Unternehmen, die mögliche Szenarien frühzeitig durchgespielt haben. Wenn wir ehrlich sind, kamen weder der Ukraine-Krieg noch die aktuellen Spannungen im Nahen Osten völlig überraschend. Die Frage war nie, ob es zu Störungen kommt, sondern wann.

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Dieser Auszug aus dem Thema der Transformationslounge bietet lediglich einen ersten Vorgeschmack auf die Veranstaltung. Das vollständige Bild und konkrete, nutzwertorientierte Lösungsansätze für die Praxis erhalten die Teilnehmenden am 24. Juni von den beiden Referenten.

Während Dr. Leon Zacharias die Resilienz und geopolitische Absicherung beleuchtet, wird der zweite Referent, Matthias Nagl (ebenfalls Roland Berger GmbH), die aktuelle Marktrealität analysieren. Er widmet sich insbesondere den Fragen, warum der Transformationsdruck die Finanzierung erschwert und wie ein strategischer „Kassensturz“ zur Erschließung neuer Handlungsoptionen für den regionalen Mittelstand und KMU aussehen kann.

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