19.08.2026
„Die diesjährige Ernte ist von enormen regionalen Unterschieden geprägt, mit einem starken Nord-Süd-Gefälle. Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt“, bewertet Bauernpräsident Joachim Rukwied die diesjährige Ernte.
Die deutschen Landwirte fahren 2026 eine deutlich schwächere Getreideernte ein als im vergangenen Jahr. Nach der aktuellen Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes (DBV) werden bundesweit rund 41,9 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber 2025.
Noch deutlicher zeigt sich der Rückgang beim Flächenertrag. Über alle Getreidearten hinweg liegt dieser bei 68,9 Dezitonnen pro Hektar und damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Verantwortlich dafür waren vor allem die Witterungsbedingungen: Auf ein zu trockenes Frühjahr folgte in der zweiten Junihälfte eine Hitzewelle – ausgerechnet während der für die Ertragsbildung wichtigen Kornfüllungsphase. Vielerorts führte das zu einer vorzeitigen Abreife der Pflanzen.
Dabei unterscheidet sich die Situation regional erheblich.
Besonders relevant für die Gesamtbilanz ist der Winterweizen. Mit einer Anbaufläche von rund 2,9 Millionen Hektar ist er die wichtigste Getreidekultur in Deutschland. In diesem Jahr wurden nach Angaben des Bauernverbandes lediglich 20,9 Millionen Tonnen geerntet – sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Der Hektarertrag sank sogar um neun Prozent auf 72,1 Dezitonnen. Auch bei den Qualitäten ergibt sich laut DBV kein einheitliches Bild.
Noch stärker traf es den Winterraps. Hier brach der Ertrag um 20 Prozent auf 29,1 Dezitonnen pro Hektar ein. Insgesamt wurden lediglich 3,3 Millionen Tonnen geerntet. Neben Trockenheit und Hitze belasteten nach Angaben des Bauernverbandes auch ein hoher Schädlingsdruck sowie fehlende wirksame Mittel gegen Erdfloh und Kohlschotenmücke die Bestände.
„Ein zu trockenes Frühjahr und dann Hitze und anhaltende Trockenheit haben viele Bestände erheblich geschädigt. Der Standort hat in diesem Jahr über den Ertrag entschieden wie selten zuvor“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.
Vergleichsweise stabil entwickelte sich dagegen die Wintergerste. Mit 9,5 Millionen Tonnen liegt die Erntemenge auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar sank auch hier der Ertrag um vier Prozent auf 75,6 Dezitonnen pro Hektar, eine größere Anbaufläche konnte diesen Rückgang jedoch ausgleichen. Zudem war die Wintergerste vor der großen Hitze bereits weitgehend ausgereift und konnte früh geerntet werden.
Die Probleme beschränken sich nicht auf Getreide und Raps. Bei Kartoffeln zeichnet sich nach Einschätzung des Bauernverbandes ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Selbst auf bewässerten Flächen seien durchschnittliche Erträge kaum zu erwarten.
Bei Zuckerrüben fällt die Lage regional noch schwieriger aus. Zusätzlich breitet sich die Schilf-Glasflügelzikade, ein für den Rübenanbau problematischer Schädling, nach Angaben des Verbandes bundesweit weiter aus.
Auch Tierhalter bekommen die Folgen der Witterung zu spüren. In vielen Regionen sind die Grünlanderträge deutlich zurückgegangen, zugleich zeichnen sich beim Silomais erhebliche Ausfälle ab. In besonders stark betroffenen Gebieten wuchs nach den ersten Grasschnitten teilweise kein ausreichender Aufwuchs mehr nach.
Damit fehlt Futter nicht nur für die aktuelle Versorgung der Tiere, sondern auch für den Aufbau der Vorräte für den kommenden Winter. Regionale Futterbörsen können die Engpässe zwar teilweise abfedern. Der Bauernverband rechnet dennoch damit, dass einige Betriebe ihre Tierbestände reduzieren müssen.
Für viele landwirtschaftliche Unternehmen ist die schwache Ernte nicht allein ein Produktionsproblem. Sie trifft die Betriebe in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Situation.
Geringere Erntemengen bedeuten weniger verkaufsfähige Ware. Gleichzeitig stehen die Erzeugerpreise unter Druck, während zentrale Betriebsmittel wie Diesel, Pflanzenschutz- und Düngemittel hohe Kosten verursachen. Nach Einschätzung des Bauernverbandes belastet diese Kombination die Liquidität zahlreicher Betriebe erheblich. Einige seien auf Sonder- oder Zwischenfinanzierungen angewiesen, um laufende Ausgaben zu decken und die nächste Anbausaison finanzieren zu können.
Der DBV fordert deshalb von der Bundesregierung ein Sofortpaket. Das Düngemittelhilfspaket soll nach Vorstellung des Verbandes auf 180 Millionen Euro aufgestockt und über die Berufsgenossenschaft möglichst unbürokratisch ausgezahlt werden. Zudem fordert der Verband, 80 Prozent der Direktzahlungen bereits im Oktober und die verbleibenden 20 Prozent garantiert im Dezember auszuzahlen. Hinzu kommt die Forderung nach einer sofortigen Senkung der Steuer auf Diesel.
„Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ohne die notwendige Liquidität sind sie nicht in der Lage die nächste Ernte zu finanzieren“, so Rukwied.
pm/tm

19.08.2026
„Die diesjährige Ernte ist von enormen regionalen Unterschieden geprägt, mit einem starken Nord-Süd-Gefälle. Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt“, bewertet Bauernpräsident Joachim Rukwied die diesjährige Ernte.
Die deutschen Landwirte fahren 2026 eine deutlich schwächere Getreideernte ein als im vergangenen Jahr. Nach der aktuellen Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes (DBV) werden bundesweit rund 41,9 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber 2025.
Noch deutlicher zeigt sich der Rückgang beim Flächenertrag. Über alle Getreidearten hinweg liegt dieser bei 68,9 Dezitonnen pro Hektar und damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Verantwortlich dafür waren vor allem die Witterungsbedingungen: Auf ein zu trockenes Frühjahr folgte in der zweiten Junihälfte eine Hitzewelle – ausgerechnet während der für die Ertragsbildung wichtigen Kornfüllungsphase. Vielerorts führte das zu einer vorzeitigen Abreife der Pflanzen.
Dabei unterscheidet sich die Situation regional erheblich.
Besonders relevant für die Gesamtbilanz ist der Winterweizen. Mit einer Anbaufläche von rund 2,9 Millionen Hektar ist er die wichtigste Getreidekultur in Deutschland. In diesem Jahr wurden nach Angaben des Bauernverbandes lediglich 20,9 Millionen Tonnen geerntet – sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Der Hektarertrag sank sogar um neun Prozent auf 72,1 Dezitonnen. Auch bei den Qualitäten ergibt sich laut DBV kein einheitliches Bild.
Noch stärker traf es den Winterraps. Hier brach der Ertrag um 20 Prozent auf 29,1 Dezitonnen pro Hektar ein. Insgesamt wurden lediglich 3,3 Millionen Tonnen geerntet. Neben Trockenheit und Hitze belasteten nach Angaben des Bauernverbandes auch ein hoher Schädlingsdruck sowie fehlende wirksame Mittel gegen Erdfloh und Kohlschotenmücke die Bestände.
„Ein zu trockenes Frühjahr und dann Hitze und anhaltende Trockenheit haben viele Bestände erheblich geschädigt. Der Standort hat in diesem Jahr über den Ertrag entschieden wie selten zuvor“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.
Vergleichsweise stabil entwickelte sich dagegen die Wintergerste. Mit 9,5 Millionen Tonnen liegt die Erntemenge auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar sank auch hier der Ertrag um vier Prozent auf 75,6 Dezitonnen pro Hektar, eine größere Anbaufläche konnte diesen Rückgang jedoch ausgleichen. Zudem war die Wintergerste vor der großen Hitze bereits weitgehend ausgereift und konnte früh geerntet werden.
Die Probleme beschränken sich nicht auf Getreide und Raps. Bei Kartoffeln zeichnet sich nach Einschätzung des Bauernverbandes ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Selbst auf bewässerten Flächen seien durchschnittliche Erträge kaum zu erwarten.
Bei Zuckerrüben fällt die Lage regional noch schwieriger aus. Zusätzlich breitet sich die Schilf-Glasflügelzikade, ein für den Rübenanbau problematischer Schädling, nach Angaben des Verbandes bundesweit weiter aus.
Auch Tierhalter bekommen die Folgen der Witterung zu spüren. In vielen Regionen sind die Grünlanderträge deutlich zurückgegangen, zugleich zeichnen sich beim Silomais erhebliche Ausfälle ab. In besonders stark betroffenen Gebieten wuchs nach den ersten Grasschnitten teilweise kein ausreichender Aufwuchs mehr nach.
Damit fehlt Futter nicht nur für die aktuelle Versorgung der Tiere, sondern auch für den Aufbau der Vorräte für den kommenden Winter. Regionale Futterbörsen können die Engpässe zwar teilweise abfedern. Der Bauernverband rechnet dennoch damit, dass einige Betriebe ihre Tierbestände reduzieren müssen.
Für viele landwirtschaftliche Unternehmen ist die schwache Ernte nicht allein ein Produktionsproblem. Sie trifft die Betriebe in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Situation.
Geringere Erntemengen bedeuten weniger verkaufsfähige Ware. Gleichzeitig stehen die Erzeugerpreise unter Druck, während zentrale Betriebsmittel wie Diesel, Pflanzenschutz- und Düngemittel hohe Kosten verursachen. Nach Einschätzung des Bauernverbandes belastet diese Kombination die Liquidität zahlreicher Betriebe erheblich. Einige seien auf Sonder- oder Zwischenfinanzierungen angewiesen, um laufende Ausgaben zu decken und die nächste Anbausaison finanzieren zu können.
Der DBV fordert deshalb von der Bundesregierung ein Sofortpaket. Das Düngemittelhilfspaket soll nach Vorstellung des Verbandes auf 180 Millionen Euro aufgestockt und über die Berufsgenossenschaft möglichst unbürokratisch ausgezahlt werden. Zudem fordert der Verband, 80 Prozent der Direktzahlungen bereits im Oktober und die verbleibenden 20 Prozent garantiert im Dezember auszuzahlen. Hinzu kommt die Forderung nach einer sofortigen Senkung der Steuer auf Diesel.
„Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ohne die notwendige Liquidität sind sie nicht in der Lage die nächste Ernte zu finanzieren“, so Rukwied.
pm/tm

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