Regionale Wirtschaft fordert klare Standortpolitik nach Landtagswahl

"Die Unternehmen im Nordschwarzwald erwarten nach dieser Wahl vor allem eines: klare Entscheidungen für einen starken Wirtschaftsstandort. Baden-Württemberg steht vor großen strukturellen Aufgaben, und die Betriebe benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, damit Investitionen, Wachstum und Innovation möglich bleiben“, sagt Tanja Traub, Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald.
Haus des Landtags. Rückansicht bei Nacht. Pressefoto: Landtag Baden-Württemberg

11.03.2026

"Unsere Unternehmen brauchen eine Politik, die Chancen eröffnet, Hürden reduziert und den Standort Baden-Württemberg entschlossen weiterentwickelt."
Tanja Traub, Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald

Der Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald ein wichtiger Moment für die wirtschaftliche Entwicklung im Land. Entscheidend sei nun, dass die neue Landesregierung zentrale Standortfragen entschlossen angeht und klare Prioritäten für Wettbewerbsfähigkeit und Investitionssicherheit setzt.

Mit dem knappen Wahlsieg der Grünen verbinde die regionale Wirtschaft die Erwartung, dass die anstehenden Transformations- und Innovationsprozesse eng mit einer verlässlichen und praxisnahen Standortpolitik verknüpft werden, heißt es von Seiten der IHK Nordschwarzwald. Für viele Unternehmen bleibt entscheidend, dass wirtschaftliche Anforderungen und ökologische Ziele strukturiert zusammengeführt werden.

Änderung der politischen Kräfte

Gleichzeitig verändert das Wahlergebnis die politischen Kräfteverhältnisse im Landtag. Die FDP hat den Einzug verpasst – damit fehlt eine Stimme, die sich traditionell stark für marktwirtschaftliche Prinzipien und eine Entlastung des Mittelstands einsetzt. Aus Sicht der IHK wird es daher umso wichtiger sein, dass wirtschaftspolitische Themen dennoch konsequent verfolgt werden.

Auch das Ergebnis der AfD wertet die IHK Nordschwarzwald als Hinweis auf eine spürbare gesellschaftliche Unzufriedenheit, die teilweise auch wirtschaftliche Ursachen hat. Gerade dort, wo Unternehmen und Beschäftigte unter hohen Kosten, Fachkräftemangel oder langwierigen Genehmigungsverfahren leiden, müsse die Politik künftig stärker ansetzen.

Handlungsbedarf

Unabhängig vom konkreten Wahlausgang sieht die Kammer deutlichen Handlungsbedarf, um Baden-Württemberg als Wirtschafts- und Industriestandort zu stärken. Unternehmen in der Region benötigen vor allem moderne Infrastrukturen, effizientere Verwaltungsprozesse sowie Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern und Innovation fördern.

Zu den zentralen Themen gehören aus Sicht der IHK eine schnellere Digitalisierung der Verwaltung, deutlich beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie eine verlässliche Energie- und Versorgungspolitik. Ebenso wichtig seien ein Bildungssystem, das stärker auf die Anforderungen eines sich wandelnden Arbeitsmarktes ausgerichtet ist, sowie Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und zur Förderung technologischer Entwicklungen.

pm/tm

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