17.08.2026
Schmidt sieht das zentrale Problem der europäischen Rohstoffpolitik dabei weniger in fehlenden Problemdiagnosen als in einem Ordnungsproblem. Über Jahrzehnte sei die Wirtschaft auf einen Normalzustand optimiert worden, in dem internationale Märkte offen, Lieferbeziehungen weitgehend verlässlich und staatliche Eingriffe die Ausnahme seien. Dieses Modell habe Wohlstand und Effizienz ermöglicht. Gleichzeitig habe es jedoch dazu geführt, dass Redundanzen, strategische Lager, Reservekapazitäten und Reaktionsfähigkeit zu wenig berücksichtigt wurden. Gerade dann würden diese Defizite sichtbar, wenn wirtschaftliche Abhängigkeiten zu geopolitischen Instrumenten werden.
Bei kritischen Rohstoffen reiche es deshalb nicht aus, Märkte besser zu informieren oder Unternehmen zu mehr Vorsorge anzuhalten. Auch die aktuellen Maßnahmen der EU, darunter der Critical Raw Materials Act, greifen nach Einschätzung Schmidts zu kurz. Notwendig sei vielmehr ein vorab definiertes Betriebsmodell, das je nach Lage unterschiedliche Rollen für Staat und Wirtschaft vorsieht.
Schmidt unterscheidet dabei drei Stufen: Normalbetrieb, Vorsorgebetrieb und Krisenbetrieb. Mit zunehmender Krisenlage müsse sich auch die Aufgabenverteilung zwischen Wirtschaft und Staat verändern. Während im Normalbetrieb Effizienz und Wettbewerb im Vordergrund stehen könnten, müsse in einer Krise die Resilienz der gesamten Volkswirtschaft Priorität erhalten. „Zur rechten Zeit muss das Primat der Politik herrschen“, betont Schmidt. Dann müssten Wettbewerb, Effizienz und Kostenaspekte hinter der Sicherung der Versorgung zurückstehen.
Der Beitrag der Hochschule Pforzheim Nr. 191 kann hier heruntergeladen werden: https://doi.org/10.60846/xa14-g969
pm
17.08.2026
Schmidt sieht das zentrale Problem der europäischen Rohstoffpolitik dabei weniger in fehlenden Problemdiagnosen als in einem Ordnungsproblem. Über Jahrzehnte sei die Wirtschaft auf einen Normalzustand optimiert worden, in dem internationale Märkte offen, Lieferbeziehungen weitgehend verlässlich und staatliche Eingriffe die Ausnahme seien. Dieses Modell habe Wohlstand und Effizienz ermöglicht. Gleichzeitig habe es jedoch dazu geführt, dass Redundanzen, strategische Lager, Reservekapazitäten und Reaktionsfähigkeit zu wenig berücksichtigt wurden. Gerade dann würden diese Defizite sichtbar, wenn wirtschaftliche Abhängigkeiten zu geopolitischen Instrumenten werden.
Bei kritischen Rohstoffen reiche es deshalb nicht aus, Märkte besser zu informieren oder Unternehmen zu mehr Vorsorge anzuhalten. Auch die aktuellen Maßnahmen der EU, darunter der Critical Raw Materials Act, greifen nach Einschätzung Schmidts zu kurz. Notwendig sei vielmehr ein vorab definiertes Betriebsmodell, das je nach Lage unterschiedliche Rollen für Staat und Wirtschaft vorsieht.
Schmidt unterscheidet dabei drei Stufen: Normalbetrieb, Vorsorgebetrieb und Krisenbetrieb. Mit zunehmender Krisenlage müsse sich auch die Aufgabenverteilung zwischen Wirtschaft und Staat verändern. Während im Normalbetrieb Effizienz und Wettbewerb im Vordergrund stehen könnten, müsse in einer Krise die Resilienz der gesamten Volkswirtschaft Priorität erhalten. „Zur rechten Zeit muss das Primat der Politik herrschen“, betont Schmidt. Dann müssten Wettbewerb, Effizienz und Kostenaspekte hinter der Sicherung der Versorgung zurückstehen.
Der Beitrag der Hochschule Pforzheim Nr. 191 kann hier heruntergeladen werden: https://doi.org/10.60846/xa14-g969
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