Pforzheim: Schüler des Reuchlin-Gymnasiums entdecken die Welt der Ingenieurwissenschaften

Wie entsteht aus einer Idee ein fertiges Produkt? Was leisten Exoskelette? Und warum spielt Nachhaltigkeit auch in der Technik eine immer größere Rolle? Antworten auf diese Fragen bekamen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Reuchlin-Gymnasiums Pforzheim nicht aus dem Lehrbuch, sondern direkt in den Laboren der Hochschule Pforzheim.
Im Labor für Nachhaltige Produktentwicklung wird aus Theorie echte Praxis: Schülerinnen packen beim Zerlegen von Elektroschrott selbst mit an, um herauszufinden, welche Materialien in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Foto: Karoline Schäfer/ Hochschule Pforzheim

27.07.2026

„Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler neugierig zu machen und ihnen zu zeigen, dass Technik nicht nur aus Formeln und Theorie besteht."
Katharina Kilian-Yasin, Studiendekanin der Fakultät für Technik, Hochschule Pforzheim

Zum Abschluss des Schuljahres tauschten die Jugendlichen für zwei Vormittage ihr Klassenzimmer gegen die Fakultät für Technik. Bei den Jahrgangsstufentagen standen Ausprobieren, Experimentieren und Mitmachen im Mittelpunkt. Statt trockener Theorie erlebten die Schülerinnen und Schüler hautnah, wie Ingenieurinnen und Ingenieure an Lösungen für die Herausforderungen von morgen arbeiten.

Das Spektrum der Workshops war breit: Von Produktentwicklung und Konstruktion über 3D-Druck und moderne Fertigungsverfahren bis hin zu Carbon-Leichtbau, Mensch-Technik-Interaktion und Exoskeletten. Auch Sensorik, Digitalisierung, Computertechnik, Werkstoffe sowie nachhaltige Produktentwicklung und Kreislaufwirtschaft gehörten zum Programm.

„Viele Schülerinnen und Schüler haben heute zum ersten Mal die Möglichkeit, Hochschulluft zu schnuppern und technische Themen nicht nur theoretisch kennenzulernen. Besonders wertvoll ist, dass sie selbst aktiv werden und erleben, wie vielfältig ein technisches Studium sein kann“, sagt Benjamin Roser, begleitende Lehrkraft des Reuchlin-Gymnasiums.

Technik zum Anfassen statt trockener Theorie

Wie sich ein Studium anfühlt, vermittelten nicht nur die Labore, sondern auch die studentischen Buddies. Sie führten die Gruppen über den Campus, berichteten aus ihrem Studienalltag und beantworteten Fragen zu Projekten, Studieninhalten und dem Leben an der Hochschule.

Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt das Feedback einer Schülerin: „Ich fand besonders spannend, dass wir nicht nur Informationen über Studiengänge bekommen haben, sondern selbst in den Laboren arbeiten konnten. Dadurch konnte ich mir viel besser vorstellen, was hinter einem technischen Studium steckt.“

Für Professorin Katharina Kilian-Yasin, Studiendekanin der Fakultät für Technik, liegt genau darin der besondere Wert des Formats: „Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler neugierig zu machen und ihnen zu zeigen, dass Technik nicht nur aus Formeln und Theorie besteht. Wenn sie selbst experimentieren und eigene Lösungen entwickeln, entsteht ein ganz anderer Zugang zu den Themen.“

Studienorientierung mit Praxisbezug

Die Jahrgangsstufentage sind Teil des Studienorientierungsangebots der Fakultät für Technik und fanden im Rahmen des von der Karl-Schlecht-Stiftung initiierten Programms Schüler*innenLABS@HSPF statt. Ziel des Programms ist es, jungen Menschen technische Studiengänge praxisnah näherzubringen und ihnen frühzeitig Orientierung für ihre Studien- und Berufswahl zu bieten.

„Dieses Angebot verfolgt ein klares Ziel: Jugendliche sollen technische Studienfelder nicht nur aus Informationsmaterialien kennenlernen, sondern durch eigene Erfahrungen herausfinden, welche Möglichkeiten ihnen ein Ingenieurstudium bietet.“, erklärt Professor Dr. Hanno Weber, Projektleiter der Schüler*innenLABS@HSPF.

pm/tm