Mehr Gründungen, aber auch mehr Geschäftsaufgaben in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wagen wieder deutlich mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 46.900 Gewerbebetriebe neu gegründet – 9,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig ist allerdings auch die Zahl der vollständigen Gewerbeaufgaben gestiegen.
In Baden-Württemberg wurden im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gewerbebetriebe neu gegründet. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der vollständigen Gewerbeaufgaben. Foto: ©KI-gestützter Inhalt

27.08.2026

Das Gründungsgeschehen in Baden-Württemberg hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich an Dynamik gewonnen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes entstanden rund 46.900 neue Gewerbebetriebe. Das waren etwa 4.000 beziehungsweise 9,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Anstieg beschränkt sich dabei nicht auf Kleingewerbe oder nebenberufliche Tätigkeiten. Auch bei Betriebsgründungen, bei denen Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen, ging es nach oben. Rund 8.100 solcher Gründungen wurden registriert – ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Besonders kräftig fiel der Zuwachs bei Gründungen im Nebenerwerb aus. Ihre Zahl erhöhte sich um 10,8 Prozent auf rund 29.700. Bei Kleinbetrieben verzeichneten die Statistiker ebenfalls einen Anstieg: Hier nahm die Zahl der Gründungen um 6,6 Prozent auf etwa 9.100 zu.

Jeder dritte Gewerbetreibende ist eine Frau

Mit der höheren Zahl an Gründungen nahm auch die Zahl der Gewerbetreibenden zu. Insgesamt waren es im ersten Halbjahr rund 51.200 und damit 8,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei Männern fiel der Zuwachs mit 9,4 Prozent auf rund 34.400 besonders deutlich aus. Die Zahl der weiblichen Gewerbetreibenden erhöhte sich um 6,7 Prozent auf etwa 16.800. Damit waren rund 33 Prozent der Gewerbetreibenden Frauen.

Auch die Zahl der Geschäftsaufgaben steigt

Der positiven Entwicklung bei den Gründungen steht allerdings eine ebenfalls steigende Zahl an Gewerbeaufgaben gegenüber. Rund 32.200 vollständige Gewerbeaufgaben wurden im ersten Halbjahr 2026 registriert. Das entspricht einem Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch Betriebe mit voraussichtlich größerer wirtschaftlicher Bedeutung waren davon betroffen. Hier erhöhte sich die Zahl der angezeigten Schließungen um 3,2 Prozent auf rund 5.400.

Noch stärker nahm die Zahl der Abmeldungen bei Nebenerwerbsbetrieben zu. Rund 16.300 wurden abgemeldet, 7,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Kleinbetrieben stieg die Zahl der Abmeldungen um 2,9 Prozent auf etwa 10.500.

Eine gegenläufige Entwicklung gab es lediglich bei den Fortzügen: Ihre Zahl sank um 10,2 Prozent auf rund 5.400.

pm/tm

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