8.4.2026
von Sandra Gallian
Schon beim Betreten des Foyers spürt man: Hier geht es nicht um klassische Zaubershows. Dunkle Möbel, ein großer Kronleuchter und eine stilvolle Bar erinnern eher an eine exklusive Hotel-Lounge oder einen Club.
Wenn sich die Türen zum Zuschauerraum öffnen, fängt die Magie an. Flackerndes Licht, gespannte Vorfreude. Die Gäste finden zu ihren Sitzen, in sieben ansteigende Reihen, auf maximal 199 Plätzen – und schauen auf eine Bühne, die näher kaum sein könnte. Dann tritt der Magier ins Rampenlicht: schwarz gekleidet mit Jackett und Glitzerhose, voller Esprit – und vom ersten Moment an in humorvoller und direkter Verbindung mit seinem Publikum.
In dieser intimen Atmosphäre entsteht das, was die Magic Lounge so besonders macht: Magie, die nicht auf Distanz funktioniert, sondern mitten im Raum, direkt vor den Augen der Zuschauer.

2009 eröffnete Strotmann seine Magic Lounge im Stuttgarter Römerkastell – gemeinsam mit seiner Frau Claudia. Privat finanziert und ohne Subventionen. Was zunächst mit wenigen Shows pro Woche begann, entwickelte sich zu einem konstant bespielten Theaterbetrieb mit heute rund 220 Vorstellungen jährlich.
Der Erfolg liegt im Konzept: Close-up-Magie. Kein großes Bühnenbild, keine Distanz – stattdessen Präzision, Timing und unmittelbare Interaktion. Selbst der entfernteste Platz ist kaum mehr als zehn Meter von der Bühne entfernt.
Bis Ende 2025 haben rund 440.000 Gäste die Shows besucht. Aktuell umfasst das Programm mehrere Haupt- und Sondershows, darunter Formate wie „Hautnah IV – Rätselhafte Spiele“ oder die neueste Show „Hautnah V – Der Weg des Magiers“. In dieser Show präsentiert der Künstler seinen Werdegang anhand amüsanter Anekdoten aus seinem eigenen Leben und skizziert wichtige Stationen.

Der Weg zum erfolgreichen Magier und Unternehmer mit eigenem Theater war alles andere als klassisch. Strotmann, Jahrgang 1972, studierte zunächst Wirtschaftsingenieurwesen und später BWL in Pforzheim. Doch die Leidenschaft für die Zauberei war stärker. „Ich habe einfach weitergemacht“, sagt er rückblickend. „Das ist im Grunde der Unterschied.“
Seine ersten Erfahrungen sammelte er als Straßenkünstler. Eine prägende Zeit: „Die Straße ist die ehrlichste Bühne. Du bekommst sofort Feedback – und kannst einen Trick tausendmal üben, bis er sitzt.“
Es folgten erste Engagements auf privaten Feiern, später Firmenauftritte. Ein wichtiger Schritt war die Tätigkeit als Hauszauberer in einem Fünf-Sterne-Hotel, wo er Kontakte knüpfte und sein Netzwerk ausbaute. Seit 1995 ist er selbstständig – der endgültige Schritt in die Profikarriere folgte kurz darauf.
Für Strotmann ist Zauberei vor allem eines: Handwerk. „Das ist wie Klavierspielen. Es gibt Techniken und Griffe, die man üben muss.“ Talent spiele eine Rolle, entscheidend sei aber die kontinuierliche Praxis.
Gleichzeitig hat er früh verstanden, dass künstlerischer Erfolg auch unternehmerisches Denken erfordert. „Die größte Herausforderung war, mich selbst als Produkt zu etablieren.“ Denn: Gute Vermarktung könne auch mittelmäßige Qualität erfolgreich erscheinen lassen – langfristig setze sich jedoch nur echte Substanz durch.
Sein Credo: „Wenn das Produkt besser ist als das Marketing, dann bist du ein Winner.“

Was Strotmann von vielen klassischen Zauberern unterscheidet, ist seine Art der Darbietung. Er versteht sich nicht als distanzierter Illusionist, sondern als Entertainer.
Seine Shows leben von Interaktion, Humor und Nähe. Zuschauer werden Teil der Tricks, werden auf die Bühne geholt, lachen, staunen – und zweifeln an der eigenen Wahrnehmung. „Ich mache magisches Entertainment“, sagt er. „Mit Witz, Charme und einem Augenzwinkern.“
Dabei kombiniert er klassische Routinen mit eigenen Entwicklungen. Ob das klassische „Becherspiel“ wo bei Strotmann anstatt Tischtennisbällen plötzlich Zitronen unter den Bechern auftauchen, oder eine Variante des Tricks „Something in something“ aus der neuen Show, wo ein scheinbar verbranntes Zuschauerhandy später in einem Laib Brot wieder auftaucht – die Inszenierung ist stets individuell und überraschend.

IInspiration findet Strotmann international – etwa beim britischen Mentalisten Derren Brown oder dem spanischen Magier Juan Tamariz. Besonders schätzt er den britischen Humor, wie ihn auch Monty Python oder Ricky Gervais prägen: scharf, direkt und bewusst überspitzt.
In Deutschland hingegen werde Humor oft missverstanden, findet Strotmann. „Humor spielt immer mit Übertreibung und Perspektivwechsel – das ist kein Angriff, sondern Teil des Spiels.“ Kritik an pointierten Witzen könne er daher nicht immer nachvollziehen.
„Hierzulande gibt es auch leider keine ausgeprägte Zauberkultur“ so Strotmann. Während andere Länder das Genre stärker pflegen, sei es hierzulande lange vernachlässigt worden. Erst Formate wie die Shows der Ehrlich Brothers hätten wieder mehr Aufmerksamkeit geschaffen.

Neben der Bühne denkt der charismatische Magier auch strategisch weiter. Gemeinsam mit seiner Frau Claudia Strotmann, hat er ein eigenes Ticketsystem entwickelt. Ziel: mehr Unabhängigkeit von großen Anbietern und geringere Gebühren für Veranstalter. Obwohl sich das Paar 2025 öffentlich getrennt hat, ziehen beide beruflich weiterhin gemeinsam an einem Strang.
Das Konzept richtet sich gezielt an die Branche und verspricht Einsparungen von bis zu 50 Prozent. Gerade in Zeiten sinkender Subventionen könne dies ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil sein.

Auch nach Jahrzehnten auf der Bühne denkt Strotmann nicht ans Aufhören. „Das Schöne am Zaubern ist, dass man es lange machen kann – solange man mental und handwerklich fit ist.“
Mindestens zehn weitere Jahre sieht er sich selbst auf der Bühne seiner Magic Lounge. Gleichzeitig denkt er über neue Formate nach – etwa die Öffnung des Theaters für Gastkünstler wie Comedians oder Kabarettisten.
Was er jungen Menschen mit auf den Weg gibt, ist so simpel wie konsequent: „Üben, üben, üben – und so viel wie möglich auftreten.“
Gerade in Zeiten von Social Media beobachtet er eine Tendenz zur Abkürzung. Doch echte Qualität brauche Zeit. „Entwicklung lässt sich nicht überspringen.“
Ein Prinzip, das sich durch seine gesamte Karriere zieht – und vielleicht das größte Geheimnis hinter seinem Erfolg ist.
8.4.2026
„Wenn dein Produkt besser ist als dein Marketing, dann bist du ein Winner.“
von Sandra Gallian
Schon beim Betreten des Foyers spürt man: Hier geht es nicht um klassische Zaubershows. Dunkle Möbel, ein großer Kronleuchter und eine stilvolle Bar erinnern eher an eine exklusive Hotel-Lounge oder einen Club.
Wenn sich die Türen zum Zuschauerraum öffnen, fängt die Magie an. Flackerndes Licht, gespannte Vorfreude. Die Gäste finden zu ihren Sitzen, in sieben ansteigende Reihen, auf maximal 199 Plätzen – und schauen auf eine Bühne, die näher kaum sein könnte. Dann tritt der Magier ins Rampenlicht: schwarz gekleidet mit Jackett und Glitzerhose, voller Esprit – und vom ersten Moment an in humorvoller und direkter Verbindung mit seinem Publikum.
In dieser intimen Atmosphäre entsteht das, was die Magic Lounge so besonders macht: Magie, die nicht auf Distanz funktioniert, sondern mitten im Raum, direkt vor den Augen der Zuschauer.

2009 eröffnete Strotmann seine Magic Lounge im Stuttgarter Römerkastell – gemeinsam mit seiner Frau Claudia. Privat finanziert und ohne Subventionen. Was zunächst mit wenigen Shows pro Woche begann, entwickelte sich zu einem konstant bespielten Theaterbetrieb mit heute rund 220 Vorstellungen jährlich.
Der Erfolg liegt im Konzept: Close-up-Magie. Kein großes Bühnenbild, keine Distanz – stattdessen Präzision, Timing und unmittelbare Interaktion. Selbst der entfernteste Platz ist kaum mehr als zehn Meter von der Bühne entfernt.
Bis Ende 2025 haben rund 440.000 Gäste die Shows besucht. Aktuell umfasst das Programm mehrere Haupt- und Sondershows, darunter Formate wie „Hautnah IV – Rätselhafte Spiele“ oder die neueste Show „Hautnah V – Der Weg des Magiers“. In dieser Show präsentiert der Künstler seinen Werdegang anhand amüsanter Anekdoten aus seinem eigenen Leben und skizziert wichtige Stationen.

Der Weg zum erfolgreichen Magier und Unternehmer mit eigenem Theater war alles andere als klassisch. Strotmann, Jahrgang 1972, studierte zunächst Wirtschaftsingenieurwesen und später BWL in Pforzheim. Doch die Leidenschaft für die Zauberei war stärker. „Ich habe einfach weitergemacht“, sagt er rückblickend. „Das ist im Grunde der Unterschied.“
Seine ersten Erfahrungen sammelte er als Straßenkünstler. Eine prägende Zeit: „Die Straße ist die ehrlichste Bühne. Du bekommst sofort Feedback – und kannst einen Trick tausendmal üben, bis er sitzt.“
Es folgten erste Engagements auf privaten Feiern, später Firmenauftritte. Ein wichtiger Schritt war die Tätigkeit als Hauszauberer in einem Fünf-Sterne-Hotel, wo er Kontakte knüpfte und sein Netzwerk ausbaute. Seit 1995 ist er selbstständig – der endgültige Schritt in die Profikarriere folgte kurz darauf.
Für Strotmann ist Zauberei vor allem eines: Handwerk. „Das ist wie Klavierspielen. Es gibt Techniken und Griffe, die man üben muss.“ Talent spiele eine Rolle, entscheidend sei aber die kontinuierliche Praxis.
Gleichzeitig hat er früh verstanden, dass künstlerischer Erfolg auch unternehmerisches Denken erfordert. „Die größte Herausforderung war, mich selbst als Produkt zu etablieren.“ Denn: Gute Vermarktung könne auch mittelmäßige Qualität erfolgreich erscheinen lassen – langfristig setze sich jedoch nur echte Substanz durch.
Sein Credo: „Wenn das Produkt besser ist als das Marketing, dann bist du ein Winner.“

Was Strotmann von vielen klassischen Zauberern unterscheidet, ist seine Art der Darbietung. Er versteht sich nicht als distanzierter Illusionist, sondern als Entertainer.
Seine Shows leben von Interaktion, Humor und Nähe. Zuschauer werden Teil der Tricks, werden auf die Bühne geholt, lachen, staunen – und zweifeln an der eigenen Wahrnehmung. „Ich mache magisches Entertainment“, sagt er. „Mit Witz, Charme und einem Augenzwinkern.“
Dabei kombiniert er klassische Routinen mit eigenen Entwicklungen. Ob das klassische „Becherspiel“ wo bei Strotmann anstatt Tischtennisbällen plötzlich Zitronen unter den Bechern auftauchen, oder eine Variante des Tricks „Something in something“ aus der neuen Show, wo ein scheinbar verbranntes Zuschauerhandy später in einem Laib Brot wieder auftaucht – die Inszenierung ist stets individuell und überraschend.

IInspiration findet Strotmann international – etwa beim britischen Mentalisten Derren Brown oder dem spanischen Magier Juan Tamariz. Besonders schätzt er den britischen Humor, wie ihn auch Monty Python oder Ricky Gervais prägen: scharf, direkt und bewusst überspitzt.
In Deutschland hingegen werde Humor oft missverstanden, findet Strotmann. „Humor spielt immer mit Übertreibung und Perspektivwechsel – das ist kein Angriff, sondern Teil des Spiels.“ Kritik an pointierten Witzen könne er daher nicht immer nachvollziehen.
„Hierzulande gibt es auch leider keine ausgeprägte Zauberkultur“ so Strotmann. Während andere Länder das Genre stärker pflegen, sei es hierzulande lange vernachlässigt worden. Erst Formate wie die Shows der Ehrlich Brothers hätten wieder mehr Aufmerksamkeit geschaffen.

Neben der Bühne denkt der charismatische Magier auch strategisch weiter. Gemeinsam mit seiner Frau Claudia Strotmann, hat er ein eigenes Ticketsystem entwickelt. Ziel: mehr Unabhängigkeit von großen Anbietern und geringere Gebühren für Veranstalter. Obwohl sich das Paar 2025 öffentlich getrennt hat, ziehen beide beruflich weiterhin gemeinsam an einem Strang.
Das Konzept richtet sich gezielt an die Branche und verspricht Einsparungen von bis zu 50 Prozent. Gerade in Zeiten sinkender Subventionen könne dies ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil sein.

Auch nach Jahrzehnten auf der Bühne denkt Strotmann nicht ans Aufhören. „Das Schöne am Zaubern ist, dass man es lange machen kann – solange man mental und handwerklich fit ist.“
Mindestens zehn weitere Jahre sieht er sich selbst auf der Bühne seiner Magic Lounge. Gleichzeitig denkt er über neue Formate nach – etwa die Öffnung des Theaters für Gastkünstler wie Comedians oder Kabarettisten.
Was er jungen Menschen mit auf den Weg gibt, ist so simpel wie konsequent: „Üben, üben, üben – und so viel wie möglich auftreten.“
Gerade in Zeiten von Social Media beobachtet er eine Tendenz zur Abkürzung. Doch echte Qualität brauche Zeit. „Entwicklung lässt sich nicht überspringen.“
Ein Prinzip, das sich durch seine gesamte Karriere zieht – und vielleicht das größte Geheimnis hinter seinem Erfolg ist.
Jetzt Newsletter abonnieren und von vielen Vorteilen profitieren!