17.08.2026
Der berufliche Weg von Manuel Homberg, 38 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern, war bislang alles andere als eine klassische HR-Karriere. Nach dem Studium an der Universität Konstanz begann er seine berufliche Laufbahn als Regionalverkaufsleiter bei ALDI SÜD – mit disziplinarischer Führung von bis zu 80 Mitarbeitenden und Personalverantwortung unmittelbar im operativen Geschäft. Nach einer bewussten Familienphase wechselte er 2020 zur Sparkasse Pforzheim Calw und arbeitet heute als Personalreferent mit einem Betreuungsbereich von mehr als 400 Mitarbeitenden. Er selbst sagt: „Die Kombination aus Führungserfahrung, operativer Praxis und HR-Perspektive ist das, was meinen Blick auf Personalarbeit bis heute besonders prägt.
Wenn Sie heute jemanden für Ihr Team suchen – was ist wichtiger: perfekte Qualifikation oder die richtige Persönlichkeit?
Ganz klar: Persönlichkeit und passende Begabung zum Stellenprofil. Fachliches Wissen kann man vermitteln und weiterentwickeln – Haltung, Motivation und Sozialverhalten deutlich schwerer. Die besten Einstellungen entstehen, wo beides zusammenkommt: solide fachliche Basis und Mensch, der für die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Position brennt und sich weiterentwickeln möchte. Ich versuche Menschen nicht nur danach auswählen was sie heute können, sondern welches Potenzial sie mitbringen. Gute Personalarbeit erkennt Entwicklungsmöglichkeiten.
Viele Unternehmen sprechen von Unternehmenskultur. Woran merkt ein neuer Mitarbeiter bei Ihnen bereits in den ersten Wochen, wie die Kultur wirklich gelebt wird?
An den (manchmal leisen) Tönen des Alltags: Wie wird ein neuer Kollege begrüßt? Wie reagieren Führungskräfte auf Fragen oder Fehler? Werden Ideen ernst genommen? Genau in diesen kleinen Situationen entscheidet sich, ob Werte gelebt werden.
Deshalb beginnt Kultur für mich auch bei Führung. Führungskräfte prägen die Mitarbeitererfahrung jeden Tag.
Der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Was erwarten Bewerber heute von Arbeitgebern, das vor fünf Jahren kaum ein Thema war?
Ehrlichkeit, Sicherheit und Zukunftsperspektive. Und genau das sind aus meiner Sicht auch Stärken der Sparkasse Pforzheim Calw.
Natürlich spielen Flexibilität und moderne Arbeitsmodelle eine Rolle. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: „Kann ich mich hier weiterentwickeln?” Unternehmen, die glaubwürdige Perspektiven bieten und Personalentwicklung als Führungsaufgabe verstehen, gewinnen Menschen unterschiedlichen Alters für sich. Diese Erfahrungen mache ich fast täglich.
Was können Unternehmen von jungen Berufseinsteigern lernen?
Offenheit für ein Arbeitsleben, das von kontinuierlicher Veränderung geprägt ist – und den Mut, Dinge zu hinterfragen. Junge Menschen zeigen uns außerdem, dass beruflicher Erfolg nicht automatisch bedeutet, persönliche Bedürfnisse, Gesundheit oder Familie dauerhaft hintenanzustellen. Die Herausforderung für Unternehmen und insbesondere von HR besteht deshalb darin, eine Plattform für gegenseitiges Lernen zu schaffen.
Welcher HR-Trend wird Ihrer Meinung nach überschätzt – und welcher noch unterschätzt?
Überschätzt wird aus meiner Sicht manchmal die Erwartung, dass neue Tools oder KI Personalprobleme lösen. Sie können Prozesse vereinfachen – Führung ersetzen sie nicht. Und gute Führung ist einfach einer der wichtigsten Faktoren überhaupt.
Unterschätzt wird meiner Meinung nach die Bedeutung konsequenter Führungskräfteentwicklung. Gute Führung entscheidet darüber, ob Menschen Leistung bringen, Verantwortung übernehmen und einer Organisation langfristig verbunden bleiben.
Wenn Sie auf die erfolgreichsten Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen schauen: Welche Eigenschaft haben diese fast alle gemeinsam?
Die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und in Lösungen anstatt in Problemen zu denken. Gleichzeitig bleiben sie lernbereit. Die Kombination aus Verantwortungs- und Lernbereitschaft ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Grundlagen für beruflichen Erfolg.
Fachkräftemangel beschäftigt nahezu jede Branche. Was funktioniert aus Ihrer Sicht in der Mitarbeitergewinnung wirklich – und was eher nicht?
Authentizität. Arbeitgeberattraktivität entsteht nicht durch perfekte Karriereseiten, sondern durch glaubwürdige Erfahrungen. Mitarbeitende erzählen weiter, wie Führung erlebt wird, welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und ob Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert.
Gab es in Ihrer Laufbahn eine Personalentscheidung, aus der Sie besonders viel gelernt haben?
Ich habe gelernt, dass Personalentscheidungen selten ausschließlich fachliche Entscheidungen sind. Neben Qualifikation und Erfahrung spielen Persönlichkeit, Motivation und die Passung zur jeweiligen Aufgabe und um Umfeld eine wichtige Rolle.
Welches Vorurteil über HR würden Sie gerne endgültig abschaffen?
Dass HR vor allem Prozesse verwaltet. Moderne Personalarbeit schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen und Organisationen erfolgreich sein können: Sie unterstützt Führungskräfte, entwickelt Talente, begleitet Veränderungen und sorgt dafür, dass strategische Ziele mit den richtigen Menschen erreicht werden.
Und zum Abschluss: Welchen Karriereratschlag würden Sie Ihrem 20-jährigen Ich heute geben?
Finde heraus, welcher Lerntyp du bist – und wähle deinen Bildungsweg danach. Ich selbst bin ein ausgeprägter Praxistyp und habe mich durch ein wissenschaftlich geprägtes Universitätsstudium gearbeitet, obwohl ein stärker praxisorientierter Weg vermutlich besser zu mir gepasst hätte. Heute (und ehrlicherweise auch schon damals 😉) gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, einen qualifizierenden Abschluss zu erwerben. Deshalb würde ich meinem 20-jährigen Ich sagen: Orientiere dich nicht daran, welcher Bildungsweg vermeintlich am angesehensten ist, sondern daran, auf welchem Weg du deine Stärken am besten entfalten kannst.
Meckler / Moreno Perez / Müller
17.08.2026
Der berufliche Weg von Manuel Homberg, 38 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern, war bislang alles andere als eine klassische HR-Karriere. Nach dem Studium an der Universität Konstanz begann er seine berufliche Laufbahn als Regionalverkaufsleiter bei ALDI SÜD – mit disziplinarischer Führung von bis zu 80 Mitarbeitenden und Personalverantwortung unmittelbar im operativen Geschäft. Nach einer bewussten Familienphase wechselte er 2020 zur Sparkasse Pforzheim Calw und arbeitet heute als Personalreferent mit einem Betreuungsbereich von mehr als 400 Mitarbeitenden. Er selbst sagt: „Die Kombination aus Führungserfahrung, operativer Praxis und HR-Perspektive ist das, was meinen Blick auf Personalarbeit bis heute besonders prägt.
Wenn Sie heute jemanden für Ihr Team suchen – was ist wichtiger: perfekte Qualifikation oder die richtige Persönlichkeit?
Ganz klar: Persönlichkeit und passende Begabung zum Stellenprofil. Fachliches Wissen kann man vermitteln und weiterentwickeln – Haltung, Motivation und Sozialverhalten deutlich schwerer. Die besten Einstellungen entstehen, wo beides zusammenkommt: solide fachliche Basis und Mensch, der für die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Position brennt und sich weiterentwickeln möchte. Ich versuche Menschen nicht nur danach auswählen was sie heute können, sondern welches Potenzial sie mitbringen. Gute Personalarbeit erkennt Entwicklungsmöglichkeiten.
Viele Unternehmen sprechen von Unternehmenskultur. Woran merkt ein neuer Mitarbeiter bei Ihnen bereits in den ersten Wochen, wie die Kultur wirklich gelebt wird?
An den (manchmal leisen) Tönen des Alltags: Wie wird ein neuer Kollege begrüßt? Wie reagieren Führungskräfte auf Fragen oder Fehler? Werden Ideen ernst genommen? Genau in diesen kleinen Situationen entscheidet sich, ob Werte gelebt werden.
Deshalb beginnt Kultur für mich auch bei Führung. Führungskräfte prägen die Mitarbeitererfahrung jeden Tag.
Der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Was erwarten Bewerber heute von Arbeitgebern, das vor fünf Jahren kaum ein Thema war?
Ehrlichkeit, Sicherheit und Zukunftsperspektive. Und genau das sind aus meiner Sicht auch Stärken der Sparkasse Pforzheim Calw.
Natürlich spielen Flexibilität und moderne Arbeitsmodelle eine Rolle. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: „Kann ich mich hier weiterentwickeln?” Unternehmen, die glaubwürdige Perspektiven bieten und Personalentwicklung als Führungsaufgabe verstehen, gewinnen Menschen unterschiedlichen Alters für sich. Diese Erfahrungen mache ich fast täglich.
Was können Unternehmen von jungen Berufseinsteigern lernen?
Offenheit für ein Arbeitsleben, das von kontinuierlicher Veränderung geprägt ist – und den Mut, Dinge zu hinterfragen. Junge Menschen zeigen uns außerdem, dass beruflicher Erfolg nicht automatisch bedeutet, persönliche Bedürfnisse, Gesundheit oder Familie dauerhaft hintenanzustellen. Die Herausforderung für Unternehmen und insbesondere von HR besteht deshalb darin, eine Plattform für gegenseitiges Lernen zu schaffen.
Welcher HR-Trend wird Ihrer Meinung nach überschätzt – und welcher noch unterschätzt?
Überschätzt wird aus meiner Sicht manchmal die Erwartung, dass neue Tools oder KI Personalprobleme lösen. Sie können Prozesse vereinfachen – Führung ersetzen sie nicht. Und gute Führung ist einfach einer der wichtigsten Faktoren überhaupt.
Unterschätzt wird meiner Meinung nach die Bedeutung konsequenter Führungskräfteentwicklung. Gute Führung entscheidet darüber, ob Menschen Leistung bringen, Verantwortung übernehmen und einer Organisation langfristig verbunden bleiben.
Wenn Sie auf die erfolgreichsten Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen schauen: Welche Eigenschaft haben diese fast alle gemeinsam?
Die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und in Lösungen anstatt in Problemen zu denken. Gleichzeitig bleiben sie lernbereit. Die Kombination aus Verantwortungs- und Lernbereitschaft ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Grundlagen für beruflichen Erfolg.
Fachkräftemangel beschäftigt nahezu jede Branche. Was funktioniert aus Ihrer Sicht in der Mitarbeitergewinnung wirklich – und was eher nicht?
Authentizität. Arbeitgeberattraktivität entsteht nicht durch perfekte Karriereseiten, sondern durch glaubwürdige Erfahrungen. Mitarbeitende erzählen weiter, wie Führung erlebt wird, welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und ob Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert.
Gab es in Ihrer Laufbahn eine Personalentscheidung, aus der Sie besonders viel gelernt haben?
Ich habe gelernt, dass Personalentscheidungen selten ausschließlich fachliche Entscheidungen sind. Neben Qualifikation und Erfahrung spielen Persönlichkeit, Motivation und die Passung zur jeweiligen Aufgabe und um Umfeld eine wichtige Rolle.
Welches Vorurteil über HR würden Sie gerne endgültig abschaffen?
Dass HR vor allem Prozesse verwaltet. Moderne Personalarbeit schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen und Organisationen erfolgreich sein können: Sie unterstützt Führungskräfte, entwickelt Talente, begleitet Veränderungen und sorgt dafür, dass strategische Ziele mit den richtigen Menschen erreicht werden.
Und zum Abschluss: Welchen Karriereratschlag würden Sie Ihrem 20-jährigen Ich heute geben?
Finde heraus, welcher Lerntyp du bist – und wähle deinen Bildungsweg danach. Ich selbst bin ein ausgeprägter Praxistyp und habe mich durch ein wissenschaftlich geprägtes Universitätsstudium gearbeitet, obwohl ein stärker praxisorientierter Weg vermutlich besser zu mir gepasst hätte. Heute (und ehrlicherweise auch schon damals 😉) gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, einen qualifizierenden Abschluss zu erwerben. Deshalb würde ich meinem 20-jährigen Ich sagen: Orientiere dich nicht daran, welcher Bildungsweg vermeintlich am angesehensten ist, sondern daran, auf welchem Weg du deine Stärken am besten entfalten kannst.
Meckler / Moreno Perez / Müller
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