Internationale Doku-Reihe zeigt Neurochirurgie am Klinikum Karlsruhe

Was geht einem Neurochirurgen durch den Kopf, kurz bevor er in das Gehirn eines Menschen eingreift? Die internationale Dokumentarreihe „A Doctor‘s Mind“ versucht, darauf eine Antwort zu geben. Eine ihrer sieben Episoden entstand am Klinikum Karlsruhe – bei einer Operation, für die das Herz einer Patientin für kurze Zeit absichtlich zum Stillstand gebracht wird.
Prof. Dr. Uwe Spetzger (2.v.r.) und das Team der Neurochirurgie beim Dreh für „A Doctor’s Mind“ im Klinikum Karlsruhe. Foto: Markus Kümmerle, Städtisches Klinikum Karlsruhe

25.08.2026

Es gibt Berufe, bei denen ein Fehler ärgerlich ist. Und es gibt Berufe, bei denen dieser Satz eine vollkommen andere Bedeutung bekommt.

Neurochirurgie gehört zur zweiten Kategorie.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Operationssäle eine solche Faszination ausüben. Die meisten Menschen werden sie nie von innen sehen – jedenfalls nicht bei Bewusstsein. Man kennt die Bilder aus Fernsehserien: konzentrierte Gesichter über Masken, kurze Kommandos, ein Monitor, der piept. Nur hat das mit dem tatsächlichen Alltag derjenigen, die am offenen Gehirn operieren, zwangsläufig nur begrenzt zu tun.

Die Dokumentarfilmreihe „A Doctor‘s Mind“ will näher heran.

Sie begleitet Neurochirurgen und ihre Teams bei realen Eingriffen. Nicht nur während der Operation, sondern auch davor und danach. Sie zeigt die Vorbereitung, die Gespräche mit Patientinnen und Patienten, die Anspannung der Operateure und die Entscheidungen, die sie treffen müssen.

Sieben Episoden sind bislang entstanden. Ihre Schauplätze lesen sich ein wenig wie eine Weltkarte der Neurochirurgie: Chicago, Stockholm, Utrecht, Tokio, Rom, Genf und Karlsruhe.

Was passiert, wenn das Herz kurz aufhören muss zu schlagen?

Die Karlsruher Folge begleitet Prof. Dr. Uwe Spetzger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Städtischen Klinikum Karlsruhe und Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Spetzger und sein Team stehen vor einer besonders anspruchsvollen Gehirnoperation. Eine Patientin hat ein komplexes Hirnaneurysma. Um es mit einem Clip verschließen zu können, wird während der Operation absichtlich ein kurzer Herzstillstand herbeigeführt.

Schon die Beschreibung des Eingriffs macht deutlich, worum es in dieser Dokumentation geht: um Medizin in einem Bereich, in dem Erfahrung, Präzision und die Zusammenarbeit eines ganzen Teams unmittelbar zusammenkommen.

Die Kamera ist dabei.

Sie zeigt nicht nur das technische Verfahren. Sie beobachtet auch die Menschen, die es beherrschen müssen. Wie bereitet man sich auf einen solchen Eingriff vor? Wie spricht man vorher mit der Patientin? Wie geht ein Operateur mit dem Wissen um, dass die nächsten Entscheidungen enorme Konsequenzen haben können?

„Die Dokumentation demonstriert eindrucksvoll, welches medizinische Niveau Patientinnen und Patienten hier im Klinikum Karlsruhe erwartet,“ sagt Prof. Dr. Uwe Spetzger.

Medizinische Entscheidungen werden sichtbar

Die Idee für die Reihe stammt von den Brüdern Jochen und Steffen Isensee. Beide kommen selbst aus dem medizinischen Bereich und sind heute als Regisseur und Produzenten tätig. Entstanden ist die Dokumentation in enger Zusammenarbeit mit Uwe Spetzger als Co-Produzent.

Ihr Ziel: moderne High-Tech-Medizin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu zeigen, welche hochspezialisierte Versorgung in der Gehirnchirurgie heute möglich ist.

Dafür widmet sich jede Episode einem speziellen neurochirurgischen Operationsverfahren. Gleichzeitig richtet die Dokumentation den Blick auf die klinischen Entscheidungsprozesse und die Frage, wie die Operateure mit Verantwortung und Druck umgehen.

Weltpremiere in Karlsruhe bereits ausverkauft

Ab Herbst sollen die einzelnen Episoden der Dokumentationsreihe auf YouTube zu sehen sein. Zusätzlich wurde eine Kinofassung produziert, die Szenen aus allen Folgen zusammenführt.

Die Weltpremiere dieser Kinoversion findet am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 21 Uhr in der Karlsruher Schauburg statt. Die Premiere war nach Angaben des Klinikums bereits innerhalb von 24 Stunden ausverkauft.

Wer den Film dennoch im Kino sehen möchte, bekommt zwei weitere Gelegenheiten: Am Montag, 5. Oktober, und Dienstag, 6. Oktober 2026, wird „A Doctor‘s Mind“ jeweils um 16.30 Uhr in der Schauburg gezeigt. Tickets sind über die Website des Kinos erhältlich.

Weitere Informationen zur Premiere und zu den Protagonisten sowie den offiziellen Trailer und den Link zum Vorverkauf gibt es unter neurochirurgie-ka.de.

pm/tm

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