Von Gerd Lache | 21.06.2025
Und was bedeutet dies für die deutschen Hersteller und die zahlreichen Zulieferer, auch in der Region Nordschwarzwald? Die brisanten Informationen aus China stammen aus einer aktuellen Sendung des „Industriemagazins“, das regelmäßig tiefgehende Einblicke in die globale Wirtschafts- und Industrielandschaft bietet. Der vollständiger Beitrag ist auf YouTube zu sehen: https://youtu.be/D-l4rI_13ao
Die Lage ist ernst: Experten warnen vor einer Blase, die durch massive staatliche Subventionen in den vergangenen zehn Jahren entstanden ist. Obwohl viele der über 100 chinesischen Autohersteller längst bankrott wären, werden sie künstlich am Leben gehalten – oft direkt vom Staat oder mächtigen Provinzregierungen.
Das Ergebnis: Ein „ruinöser Wettbewerb“ und riesige Lagerflächen voller Neuwagen. Chinas Fabriken könnten jährlich 50 Millionen Fahrzeuge produzieren, doch im letzten Jahr wurden lediglich 25 Millionen im Inland verkauft und 6 Millionen exportiert.

Die Wirtschaftsplaner in Peking sehen die Notwendigkeit einer drastischen Marktbereinigung. Und so schien es im Februar einen Hoffnungsschimmer zu geben: Zwei Giganten – die Nummer 5 am Markt, das staatsnahe Unternehmen Changan Automobile, und der ebenfalls staatseigene Konzern Dongfeng Motor – sollten fusionieren. Dieser Zusammenschluss, als „Startschuss für die Konsolidierung“ und „Big Bang“ gefeiert, hätte einen Konzern geformt, der sogar den bisherigen Umsatz- und Absatzprimus BYD überflügelt hätte.
Die Erwartungen waren hoch. Technologische Synergien durch Dongfengs Stärken in der Batterieforschung und den Joint Ventures mit Nissan, Honda und Peugeot, gepaart mit Changans Software-Expertise und agilem Management, sollten das neue Unternehmen beflügeln. Zudem hätte man Produktionsnetzwerke, Forschung und Entwicklung, Beschaffung und Absatzregionen effizienter nutzen können.
Doch die Sensation blieb aus. Überraschend schnell, nach nur zwei Monaten, scheiterten die Fusionspläne krachend! Wie das chinesische Wirtschaftsblatt „Caixin“ berichtete, stieß die Verschmelzung auf massiven Widerstand innerhalb beider Konzerne. Postenstreichungen, die geplante Ansiedlung der Konzernzentrale beim zukunftsträchtigeren Partner Changan in Chongqing und die Gefahr der Kannibalisierung ähnlicher Modelle führten zu politisch heiklem Arbeitsplatzabbau. Auch rechtliche Komplikationen bei Dongfengs bestehenden Joint Ventures mit internationalen Partnern wie Ford oder Mazda spielten eine Rolle.
Das Scheitern dieser Fusion ist ein „schlechtes Omen“ für Chinas Autoindustrie und wirft die Frage auf, wie ernst es Peking mit der Konsolidierung überhaupt meint. Selbst Topmanager wie Jang Juju, der mächtige Vorsitzende der staatlichen Staatsholding SR SAC, der öffentlich die Rückständigkeit staatlicher Autokonzerne in der Elektromobilität kritisiert, konnten den Deal nicht retten.
Wenn selbst zwei direkt staatseigene Unternehmen nicht fusionieren können, um die Luft aus der „Autobase“ zu lassen, ist eine umfassende Marktbereinigung bei den über 100 Marken, von denen viele den lokalen Regierungen gehören, kaum vorstellbar.

Die Konsequenz: Der enorme Preiskampf in China wird weitergehen, wie jüngst BYD bewies, das seine Preise um bis zu ein Drittel senkte. Eine schlechte Nachricht nicht nur für die chinesischen Hersteller, sondern auch für deutsche Autobauer auf diesem hart umkämpften Markt. Der geplatzte Deal zeigt: Selbst in der Planwirtschaft ist Marktbereinigung kein Selbstläufer.
Die massiven Probleme im chinesischen Automobilmarkt, wie das Scheitern der Changan-Dongfeng-Fusion, haben überwiegend negative Folgen für deutsche Automobilzulieferer und europäische Autohersteller. Der chinesische Markt, einst ein wichtiger Wachstumsmotor, sorgt nun für schrumpfende Marktanteile und Gewinnmargen, da lokale Marken mit aggressivem Preiskampf und technologischer Aufholjagd dominieren.
Das Überangebot in China führt zu einem erhöhten Exportdruck chinesischer Fahrzeuge nach Europa, was den Wettbewerb hierzulande verschärft und den Preiskampf auf den europäischen Markt überträgt.
Deutsche Zulieferer, insbesondere auch in der Automotive-starken Region Nordschwarzwald, leiden unter sinkenden Aufträgen, zunehmendem Kostendruck und verlagern Investitionen ins Ausland, was Arbeitsplatzabbau zur Folge haben kann. Auch der technologische Rückstand europäischer Hersteller, insbesondere bei Software und digitalen Features, ist ein kritischer Punkt.

Die große Abhängigkeit vom chinesischen Markt macht die Situation für europäische Konzerne besonders prekär. Zwar könnte die Krise als „Weckruf“ dienen, um Innovationen und Effizienz voranzutreiben und sich stärker im Premiumsegment zu positionieren, doch die kurz- bis mittelfristigen Aussichten sind düster. Der anhaltende Preiskampf und die Schwierigkeiten bei der Marktbereinigung in China deuten auf eine dauerhafte Herausforderung für die europäische Automobilindustrie hin.
Von Gerd Lache | 21.06.2025
Und was bedeutet dies für die deutschen Hersteller und die zahlreichen Zulieferer, auch in der Region Nordschwarzwald? Die brisanten Informationen aus China stammen aus einer aktuellen Sendung des „Industriemagazins“, das regelmäßig tiefgehende Einblicke in die globale Wirtschafts- und Industrielandschaft bietet. Der vollständiger Beitrag ist auf YouTube zu sehen: https://youtu.be/D-l4rI_13ao
Die Lage ist ernst: Experten warnen vor einer Blase, die durch massive staatliche Subventionen in den vergangenen zehn Jahren entstanden ist. Obwohl viele der über 100 chinesischen Autohersteller längst bankrott wären, werden sie künstlich am Leben gehalten – oft direkt vom Staat oder mächtigen Provinzregierungen.
Das Ergebnis: Ein „ruinöser Wettbewerb“ und riesige Lagerflächen voller Neuwagen. Chinas Fabriken könnten jährlich 50 Millionen Fahrzeuge produzieren, doch im letzten Jahr wurden lediglich 25 Millionen im Inland verkauft und 6 Millionen exportiert.

Die Wirtschaftsplaner in Peking sehen die Notwendigkeit einer drastischen Marktbereinigung. Und so schien es im Februar einen Hoffnungsschimmer zu geben: Zwei Giganten – die Nummer 5 am Markt, das staatsnahe Unternehmen Changan Automobile, und der ebenfalls staatseigene Konzern Dongfeng Motor – sollten fusionieren. Dieser Zusammenschluss, als „Startschuss für die Konsolidierung“ und „Big Bang“ gefeiert, hätte einen Konzern geformt, der sogar den bisherigen Umsatz- und Absatzprimus BYD überflügelt hätte.
Die Erwartungen waren hoch. Technologische Synergien durch Dongfengs Stärken in der Batterieforschung und den Joint Ventures mit Nissan, Honda und Peugeot, gepaart mit Changans Software-Expertise und agilem Management, sollten das neue Unternehmen beflügeln. Zudem hätte man Produktionsnetzwerke, Forschung und Entwicklung, Beschaffung und Absatzregionen effizienter nutzen können.
Doch die Sensation blieb aus. Überraschend schnell, nach nur zwei Monaten, scheiterten die Fusionspläne krachend! Wie das chinesische Wirtschaftsblatt „Caixin“ berichtete, stieß die Verschmelzung auf massiven Widerstand innerhalb beider Konzerne. Postenstreichungen, die geplante Ansiedlung der Konzernzentrale beim zukunftsträchtigeren Partner Changan in Chongqing und die Gefahr der Kannibalisierung ähnlicher Modelle führten zu politisch heiklem Arbeitsplatzabbau. Auch rechtliche Komplikationen bei Dongfengs bestehenden Joint Ventures mit internationalen Partnern wie Ford oder Mazda spielten eine Rolle.
Das Scheitern dieser Fusion ist ein „schlechtes Omen“ für Chinas Autoindustrie und wirft die Frage auf, wie ernst es Peking mit der Konsolidierung überhaupt meint. Selbst Topmanager wie Jang Juju, der mächtige Vorsitzende der staatlichen Staatsholding SR SAC, der öffentlich die Rückständigkeit staatlicher Autokonzerne in der Elektromobilität kritisiert, konnten den Deal nicht retten.
Wenn selbst zwei direkt staatseigene Unternehmen nicht fusionieren können, um die Luft aus der „Autobase“ zu lassen, ist eine umfassende Marktbereinigung bei den über 100 Marken, von denen viele den lokalen Regierungen gehören, kaum vorstellbar.

Die Konsequenz: Der enorme Preiskampf in China wird weitergehen, wie jüngst BYD bewies, das seine Preise um bis zu ein Drittel senkte. Eine schlechte Nachricht nicht nur für die chinesischen Hersteller, sondern auch für deutsche Autobauer auf diesem hart umkämpften Markt. Der geplatzte Deal zeigt: Selbst in der Planwirtschaft ist Marktbereinigung kein Selbstläufer.
Die massiven Probleme im chinesischen Automobilmarkt, wie das Scheitern der Changan-Dongfeng-Fusion, haben überwiegend negative Folgen für deutsche Automobilzulieferer und europäische Autohersteller. Der chinesische Markt, einst ein wichtiger Wachstumsmotor, sorgt nun für schrumpfende Marktanteile und Gewinnmargen, da lokale Marken mit aggressivem Preiskampf und technologischer Aufholjagd dominieren.
Das Überangebot in China führt zu einem erhöhten Exportdruck chinesischer Fahrzeuge nach Europa, was den Wettbewerb hierzulande verschärft und den Preiskampf auf den europäischen Markt überträgt.
Deutsche Zulieferer, insbesondere auch in der Automotive-starken Region Nordschwarzwald, leiden unter sinkenden Aufträgen, zunehmendem Kostendruck und verlagern Investitionen ins Ausland, was Arbeitsplatzabbau zur Folge haben kann. Auch der technologische Rückstand europäischer Hersteller, insbesondere bei Software und digitalen Features, ist ein kritischer Punkt.

Die große Abhängigkeit vom chinesischen Markt macht die Situation für europäische Konzerne besonders prekär. Zwar könnte die Krise als „Weckruf“ dienen, um Innovationen und Effizienz voranzutreiben und sich stärker im Premiumsegment zu positionieren, doch die kurz- bis mittelfristigen Aussichten sind düster. Der anhaltende Preiskampf und die Schwierigkeiten bei der Marktbereinigung in China deuten auf eine dauerhafte Herausforderung für die europäische Automobilindustrie hin.
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