28.04.2026
Der aktuelle Frühjahrsbericht der AllBright Stiftung zeichnet ein ernüchterndes Bild: In den Geschäftsführungen der 100 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen arbeiten am 1. März 2026 nur 13 Prozent Frauen, ein Plus von lediglich 0,4 Prozentpunkten innerhalb von zwei Jahren.
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die Neubesetzungen: Seit März 2024 gingen nur 17 Prozent der neu vergebenen Geschäftsführungspositionen an Frauen.
Je höher die Transparenz des Unternehmens und der Einfluss familienfremder Akteure, desto höher ist der Frauenanteil in der Geschäftsführung. 20 der 100 größten deutschen Familienunternehmen sind auch an der Frankfurter Börse notiert und die Familie hält einen signifikanten Anteil der Aktien (z. B. BMW, Continental, Henkel, Merck). Der Frauenanteil in den Geschäftsführungen dieser Unternehmen entspricht mit 19,8 Prozent in etwa dem Durchschnitt aller Börsenunternehmen und ist deutlich höher als bei den nicht-börsennotierten Familienunternehmen, wo er bei 11,1 Prozent liegt.
Darüber hinaus scheint ein Problem im Arbeitsumfeld der Frauen zu liegen: sie haben im Zweijahreszeitraum in den Familienunternehmen häufiger die Geschäftsführungen verlassen (32 Prozent der weiblichen Geschäftsführungsmitglieder) als Männer (24 Prozent der männlichen Geschäftsführungsmitglieder). In den börsennotierten Unternehmen arbeiten die Frauen deutlich stabiler in ihren Positionen als die Männer: 23 Prozent der weiblichen und 38 Prozent der männlichen Vorstandsmitglieder haben seit März 2024 ihr Mandat abgegeben.
„Wir beobachten gerade eine Vollbremsung bei der Erhöhung des Frauenanteils in den Geschäftsführungen der deutschen Unternehmen insgesamt“, kommentieren die Geschäftsführenden der AllBright Stiftung Wiebke Ankersen und Christian Berg. „Für die Familienunternehmen ist das ein besonders großes Problem, denn sie stoppen die Entwicklung, bevor sie richtig gestartet ist. Der Modernisierungsstau in der deutschen Wirtschaft zeigt sich bei der Digitalisierung, bei den Geschäftsmodellen und bei der Zusammenstellung der Führungsteams gleichermaßen. Wir können diese unterschiedlichen Bereiche aber nicht gegeneinander ausspielen, es ist kein Entweder-oder. Sie hängen alle miteinander zusammen und wir können nichts davon vernachlässigen, wenn die deutsche Wirtschaft wieder erfolgreich sein will. Die Unternehmen müssen jetzt in die besten Köpfeund das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven in der Führung investieren.“
Dabei wäre der Zeitpunkt günstig wie selten zuvor. Der Generationenwechsel öffnet Türen – zumindest theoretisch. Praktisch jedoch zeigt sich: Ohne gezielte Strategien bleibt Vielfalt Zufall.
pm/tm
28.04.2026
Der aktuelle Frühjahrsbericht der AllBright Stiftung zeichnet ein ernüchterndes Bild: In den Geschäftsführungen der 100 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen arbeiten am 1. März 2026 nur 13 Prozent Frauen, ein Plus von lediglich 0,4 Prozentpunkten innerhalb von zwei Jahren.
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die Neubesetzungen: Seit März 2024 gingen nur 17 Prozent der neu vergebenen Geschäftsführungspositionen an Frauen.
Je höher die Transparenz des Unternehmens und der Einfluss familienfremder Akteure, desto höher ist der Frauenanteil in der Geschäftsführung. 20 der 100 größten deutschen Familienunternehmen sind auch an der Frankfurter Börse notiert und die Familie hält einen signifikanten Anteil der Aktien (z. B. BMW, Continental, Henkel, Merck). Der Frauenanteil in den Geschäftsführungen dieser Unternehmen entspricht mit 19,8 Prozent in etwa dem Durchschnitt aller Börsenunternehmen und ist deutlich höher als bei den nicht-börsennotierten Familienunternehmen, wo er bei 11,1 Prozent liegt.
Darüber hinaus scheint ein Problem im Arbeitsumfeld der Frauen zu liegen: sie haben im Zweijahreszeitraum in den Familienunternehmen häufiger die Geschäftsführungen verlassen (32 Prozent der weiblichen Geschäftsführungsmitglieder) als Männer (24 Prozent der männlichen Geschäftsführungsmitglieder). In den börsennotierten Unternehmen arbeiten die Frauen deutlich stabiler in ihren Positionen als die Männer: 23 Prozent der weiblichen und 38 Prozent der männlichen Vorstandsmitglieder haben seit März 2024 ihr Mandat abgegeben.
„Wir beobachten gerade eine Vollbremsung bei der Erhöhung des Frauenanteils in den Geschäftsführungen der deutschen Unternehmen insgesamt“, kommentieren die Geschäftsführenden der AllBright Stiftung Wiebke Ankersen und Christian Berg. „Für die Familienunternehmen ist das ein besonders großes Problem, denn sie stoppen die Entwicklung, bevor sie richtig gestartet ist. Der Modernisierungsstau in der deutschen Wirtschaft zeigt sich bei der Digitalisierung, bei den Geschäftsmodellen und bei der Zusammenstellung der Führungsteams gleichermaßen. Wir können diese unterschiedlichen Bereiche aber nicht gegeneinander ausspielen, es ist kein Entweder-oder. Sie hängen alle miteinander zusammen und wir können nichts davon vernachlässigen, wenn die deutsche Wirtschaft wieder erfolgreich sein will. Die Unternehmen müssen jetzt in die besten Köpfeund das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven in der Führung investieren.“
Dabei wäre der Zeitpunkt günstig wie selten zuvor. Der Generationenwechsel öffnet Türen – zumindest theoretisch. Praktisch jedoch zeigt sich: Ohne gezielte Strategien bleibt Vielfalt Zufall.
pm/tm
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