Fair handeln statt nur darüber reden: Hochschule Pforzheim bleibt Fairtrade University

Zwischen Vorlesung und Mensa, zwischen Kleidertausch und Kaffeepause wird an der Hochschule Pforzheim Nachhaltigkeit nicht nur diskutiert, sondern gelebt. Dafür erhält die Hochschule erneut den Titel „Fairtrade University“.
(v.r.n.l.) Prof. Dr. Ingela Tietze, Nora Sproten, Stefan Körner (studentisches Mitglied Fairtrade) und Vertreter*innen von remedy. Foto: Petra Jaschke

10.06.2026

„An der Hochschule werden breites Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und fairer Handel gelebt. Wir von Remedy e.V. organisieren regelmäßig Veranstaltungen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz.“
Philipp Weiß, Student im Studiengang BWL mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

Wer an Hochschulen über Nachhaltigkeit spricht, denkt oft an Forschungsprojekte, Klimabilanzen oder neue Studiengänge. An der Hochschule Pforzheim zeigt sich das Thema jedoch auch an ganz alltäglichen Orten: am Kaffeeautomaten, in der Mensa oder bei einem Kleidertausch auf dem Campus.

Für dieses Engagement ist die Hochschule nun erneut als „Fairtrade University“ ausgezeichnet worden. Der Titel wird an Hochschulen vergeben, die sich nachweislich für fairen Handel einsetzen – von fair gehandelten Produkten bis hin zu Bildungs- und Informationsangeboten. Seit 2022 gehört die Hochschule Pforzheim zu diesem Kreis und bleibt damit eine von derzeit 51 ausgezeichneten Hochschulen in Deutschland.

Nachhaltigkeit zum Mitnehmen

Besonders sichtbar wird das Engagement in der Hochschulgastronomie. Kaffee, Tee und zahlreiche Snacks stammen aus fairem Handel und gehören inzwischen zum festen Angebot in Mensen, Cafeterien und Verkaufsautomaten.

Eine Besonderheit auf dem Campus sind die sogenannten „Fair-o-Maten“, die von der Hochschulinitiative Remedy e.V. betrieben werden. Die Automaten funktionieren vollkommen ohne Strom. Weder Kühlung noch Beleuchtung werden benötigt, selbst die Münzprüfung erfolgt rein mechanisch. Wer hier einen Snack kauft, erhält nicht nur ein Produkt aus fairem Handel, sondern nutzt zugleich ein besonders ressourcenschonendes System.

Vom Konsum zur Verantwortung

Doch faire Produkte allein reichen für die Auszeichnung nicht aus. Ein wichtiger Bestandteil des Zertifizierungsprozesses sind regelmäßige Aktionen und Veranstaltungen, die das Bewusstsein für globale Lieferketten und nachhaltigen Konsum stärken.

Auf dem Campus stehen dabei Themen wie faire Mode, nachhaltige Textilien, Kaffee, Schokolade oder Pflanzen im Mittelpunkt. Organisiert werden viele dieser Angebote von engagierten Studierenden.

„An der Hochschule werden breites Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und fairer Handel gelebt“, sagt Philipp Weiß, Student im Studiengang Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Der Sechstsemesterstudent engagiert sich aktiv bei Remedy e.V. und organisiert regelmäßig Veranstaltungen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Neben den Fair-o-Maten setzt die Initiative auf niedrigschwellige Formate wie Kleidertausch- und Pflanzentauschaktionen. Ziel sei es, nachhaltigen Konsum greifbar zu machen und insbesondere junge Menschen für die Auswirkungen ihres Kaufverhaltens zu sensibilisieren.

Engagement über den Campus hinaus

Das Thema endet jedoch nicht an den Hochschulgrenzen. Die Hochschule Pforzheim engagiert sich auch in der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Town-Initiative Pforzheim. Gemeinsam mit weiteren Partnern werden Veranstaltungen wie Pflanzentauschbörsen oder der „Kaffee Walk & Talk“ organisiert, die nachhaltige Themen in die Stadtgesellschaft tragen.

Für Prof. Dr. Ingela Tietze, Prorektorin für Nachhaltigkeit und Studierendengewinnung, ist die erneute Auszeichnung daher weit mehr als ein Zertifikat. „Wir sind stolz, dass die Hochschule Pforzheim den Titel als Fairtrade-University für weitere zwei Jahre tragen kann. Damit wird das Engagement von Mitarbeitenden und Studierenden für Nachhaltigkeit und bewussten Konsum sichtbar gemacht.“

Kleine Entscheidungen mit großer Wirkung

Fairtrade-Siegel auf einer Packung Kaffee oder ein Tauschregal für Kleidung mögen auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Doch genau solche alltäglichen Entscheidungen stehen im Mittelpunkt der Fairtrade-Idee. Die Hochschule Pforzheim zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Forschungsthema oder politisches Ziel ist, sondern im Alltag beginnen kann – bei der Wahl eines Kaffees, eines Snacks oder eines Kleidungsstücks.

pm/tm

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