Einschulung als Umsatzmotor: Einzelhandel rechnet mit 725 Millionen Umsatz

Während sich viele Familien in Baden-Württemberg noch in den Sommerferien befinden, laufen im Einzelhandel längst die Vorbereitungen für die Einschulung. Rund 725 Millionen Euro wollen Verbraucher laut Handelsverband Deutschland (HDE) in diesem Jahr zur Einschulung ausgeben. Das sind 3,3 Prozent mehr als 2024.
Zur Einschulung gehören Ranzen und Schultüte einfach dazu – oft individuell gestaltet und prall gefüllt mit Überraschungen. Foto: Anika Beck

07.08.2025

von Tanja Meckler

Schulstart als Umsatztreiber

Der erste Schultag ist für Kinder der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – aufregend, bunt, unvergesslich. Für Eltern hingegen bedeutet er oft wochenlange Planung, Organisation und vor allem: Bastelzeit. Stundenlang wird an der perfekten Schultüte gefeilt – ob liebevoll verziert mit Einhörnern, Fußballmotiven oder Rennautos. Manche Familien nähen das gute Stück sogar selbst – mit viel Liebe zum Detail und dem Gedanken, dass sie später als Kissen weiterleben darf. Wer dafür keine Zeit ,Geduld oder Talent hat, lässt die Schultüte mittlerweile auch gerne anfertigen. Der Wunsch nach etwas Besonderem überwiegt oft den Mehraufwand – oder den Preis. Am großen Tag ist die Tüte dann prall gefüllt – nicht selten schwerer als der Ranzen selbst.

Anlässlich der Einschulung geben Verbraucher 2025 bundesweit wohl 725 Millionen Euro aus. Diese Zahl geht aus einer im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) vom IFH Köln durchgeführten, bevölkerungsrepräsentativen Umfrage unter gut 500 Personen hervor. Der Schulstart bleibt demnach ein bedeutender Umsatztreiber – nicht nur für Schreibwarenläden.

„Die Vorbereitung auf das erste Schuljahr beginnt häufig im Einzelhandel“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Von Buntstiften über Schulranzen bis hin zur Schultüte samt süßem Inhalt, Kleinigkeiten wie zum Beispiel Magnete für den Schulranzen, die Liste ist lang: Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte greifen zum Schulanfang gerne tief in die Tasche.

Der Kauf des Schulranzens gleicht heute oft einem Familien-Event: Modelle werden probiert, auf Ergonomie getestet – und in vielen Fachgeschäften sogar „blind“ getestet, also unter einem neutralen Bezug, damit Kinder sich nicht von Farben, Marken oder Motiven beeinflussen lassen. Erst wenn Passform und Tragekomfort stimmen, wird die Hülle gelüftet.

Was den Inhalt der Schultüte angeht: gefragt sind in diesem Jahr erneut Süßwaren (80 %), Schulausstattung (70 %) sowie Spielzeug (ebenfalls rund 70 %). Auch Bücher und Schreibwaren landen bei mehr als der Hälfte der Befragten im Einkaufskorb. Auffällig: Immer mehr Menschen tätigen ihre Einschulungseinkäufe in mehreren Warengruppen gleichzeitig – ein Trend, der sich für den Handel auszahlt.

Zwischen Konsumfreude und Kostenbewusstsein

Trotz positiver Umsatzprognose bleibt das Bild gemischt: 36 Prozent der Befragten wollen 2025 weniger ausgeben als im Vorjahr, rund ein Drittel bleibt auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig zeigt sich: Knapp 30 Prozent planen höhere Ausgaben.

Im vergangenen Jahr lag der Einzelhandelsumsatz zur Einschulung bei 702 Millionen Euro.

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