04.12.2025
Sein Projekt trägt den poetischen Titel „Felt the Future – Walking with Wool“. Es ist ein mutiges Statement für zirkuläres Design.
Wolle – das klingt zunächst nach winterlichem Strickpullover, nicht nach Schuhinnovationen. Remus aber zeigt, was passiert, wenn man das Material neu denkt: Er erforschte, wie sich Schuhe komplett aus Wolle fertigen lassen.

Das Ergebnis sind zwei Prototypen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch ein gemeinsames Ziel verfolgen: eine nachhaltige, kreislauffähige Alternative zur klassischen Schuhproduktion.
Beide Modelle demonstrieren: Wolle ist kompostierbar, reparierbar, robust und kann sogar Schadstoffe binden. Und ja – sie lässt sich so verarbeiten, dass sie dem Alltag standhält. Probleme wie Wasseraufnahme löst Remus durch gezielte Imprägnierung und Materialkombinationen.
Die Jury zeigte sich begeistert von diesem radikal zirkulären Ansatz. Ina Budde, Modedesignerin und Mitgründerin von circular.fashion, lobte besonders das Zusammenspiel von Tradition und digitaler Innovation. „‘Felt the Future‘ ist ein inspirierendes und zukunftsweisendes Projekt, das Handwerk und digitale Fertigung auf innovative Weise mit konsequent zirkulären Designprinzipien verbindet. Mit einem mutigen Monomaterial-Ansatz aus 100 % Wolle für Schuhe zeigt es, wie Zirkularität funktionale Gestalt annimmt, konventionelle Designhorizonte überschreitet und den Weg in eine zukunftsweisende Designkultur ebnet“, sagt Jurymitglied Ina Budde, Modedesignerin sowie Mitgründerin und Geschäftsführerin von circular.fashion.
Philipp Remus blickt zurück auf den Entstehungsprozess der Wollschuhe: „Eine der größten Herausforderungen war das Erlernen des Rahmennähens, einer traditionellen Schuhmachertechnik, bei der die Brandsohle, der Schaft und der Rahmen per Hand unsichtbar und sehr stabil miteinander vernäht werden. Mein persönlicher Höhepunkt war der Moment, in dem der Wollfilz der Brandsohle den enormen Zugkräften beim Nähen standhielt.“
Im Masterstudium an der Konstfack in Stockholm, das an seinen Bachelor of Arts an der Hochschule Pforzheim anschließt, entwickelt er das Projekt nun weiter mit dem Ziel, es in eine produktionsnahe Phase zu führen. Zugleich möchte er „Systeme erforschen, die ökologische Wirkungen, faire Wertschöpfung für Schäfer und Produzenten sowie gesellschaftliche Akzeptanz von Wolle als Rohstoff gleichermaßen in den Fokus nehmen.“
Der Bundespreis Ecodesign ist die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design. Jährlich prämieren das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt visionäre Lösungen zwischen Materialinnovation, digitaler Intelligenz und Kreislaufwirtschaft. Insgesamt 14 Preisträger*innen in vier Kategorien – Nachwuchs, Konzept, Service und Produkt – wurden bei der diesjährigen Preisverleihung am 1. Dezember in Berlin geehrt. Diese wählte die neunköpfige Jury, bestehend aus Expert*innen aus Design und Politik, aus rund 380 Bewerbungen aus.
pm/tm
04.12.2025
Sein Projekt trägt den poetischen Titel „Felt the Future – Walking with Wool“. Es ist ein mutiges Statement für zirkuläres Design.
Wolle – das klingt zunächst nach winterlichem Strickpullover, nicht nach Schuhinnovationen. Remus aber zeigt, was passiert, wenn man das Material neu denkt: Er erforschte, wie sich Schuhe komplett aus Wolle fertigen lassen.

Das Ergebnis sind zwei Prototypen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch ein gemeinsames Ziel verfolgen: eine nachhaltige, kreislauffähige Alternative zur klassischen Schuhproduktion.
Beide Modelle demonstrieren: Wolle ist kompostierbar, reparierbar, robust und kann sogar Schadstoffe binden. Und ja – sie lässt sich so verarbeiten, dass sie dem Alltag standhält. Probleme wie Wasseraufnahme löst Remus durch gezielte Imprägnierung und Materialkombinationen.
Die Jury zeigte sich begeistert von diesem radikal zirkulären Ansatz. Ina Budde, Modedesignerin und Mitgründerin von circular.fashion, lobte besonders das Zusammenspiel von Tradition und digitaler Innovation. „‘Felt the Future‘ ist ein inspirierendes und zukunftsweisendes Projekt, das Handwerk und digitale Fertigung auf innovative Weise mit konsequent zirkulären Designprinzipien verbindet. Mit einem mutigen Monomaterial-Ansatz aus 100 % Wolle für Schuhe zeigt es, wie Zirkularität funktionale Gestalt annimmt, konventionelle Designhorizonte überschreitet und den Weg in eine zukunftsweisende Designkultur ebnet“, sagt Jurymitglied Ina Budde, Modedesignerin sowie Mitgründerin und Geschäftsführerin von circular.fashion.
Philipp Remus blickt zurück auf den Entstehungsprozess der Wollschuhe: „Eine der größten Herausforderungen war das Erlernen des Rahmennähens, einer traditionellen Schuhmachertechnik, bei der die Brandsohle, der Schaft und der Rahmen per Hand unsichtbar und sehr stabil miteinander vernäht werden. Mein persönlicher Höhepunkt war der Moment, in dem der Wollfilz der Brandsohle den enormen Zugkräften beim Nähen standhielt.“
Im Masterstudium an der Konstfack in Stockholm, das an seinen Bachelor of Arts an der Hochschule Pforzheim anschließt, entwickelt er das Projekt nun weiter mit dem Ziel, es in eine produktionsnahe Phase zu führen. Zugleich möchte er „Systeme erforschen, die ökologische Wirkungen, faire Wertschöpfung für Schäfer und Produzenten sowie gesellschaftliche Akzeptanz von Wolle als Rohstoff gleichermaßen in den Fokus nehmen.“
Der Bundespreis Ecodesign ist die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design. Jährlich prämieren das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt visionäre Lösungen zwischen Materialinnovation, digitaler Intelligenz und Kreislaufwirtschaft. Insgesamt 14 Preisträger*innen in vier Kategorien – Nachwuchs, Konzept, Service und Produkt – wurden bei der diesjährigen Preisverleihung am 1. Dezember in Berlin geehrt. Diese wählte die neunköpfige Jury, bestehend aus Expert*innen aus Design und Politik, aus rund 380 Bewerbungen aus.
pm/tm
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